Asja, Pflegezeit 25.07.2009 bis 01.08.2010 

Wir sind schon sehr gespannt, wie unsere Hunde mit einer Pflegehündin umgehen werden. Wir hoffen, sie nehmen sie genau so liebevoll auf wie die beiden Rüden! Sicherlich wird vieles anders verlaufen. Wir hoffen auf eine ganz tolle, spannende Zeit mit ihr. 

Der Einzug von Asja war eine ganz aufregende Angelegenheit. Ich habe sie mit noch einer Berner Hündin auf der Fahrkette übernommen. Die andere Hündin ist in einer anderen Pflegefamilie in der Nähe eingezogen. Unsere Süße war sehr sehr verstört und ängstlich. Sie ist eine typische Vermehrerhündin (Thematik siehe Vermehrer). Sie wird sehr viel Schlimmes in ihrem Leben erlebt haben. Definitiv viel zu viel für so eine kleine Seele. 

Als ich sie das erste Mal gesehen habe, ist mir schier das Herz stehen geblieben. Sie konnte vor lauter Angst keinen einzigen Schritt selbstständig laufen. Wir mussten sie von Auto zu Auto tragen. Sie war in einem erbärmlichen Pflegezustand. Die Zähne schwarz, das Fell über und über mit Flizplacken übersät. Sie hat sich in eine Ecke des Kofferraumes gedrängt und ganz klein gemacht. An ihren Augen konnte man sehen, dass sie sich völlig "ausgeblendet" hatte. Ich hatte wirklich Bedenken, diese Maus zu transportieren. Aber sie hat die Fahrt zu uns zum Glück irgendwie überstanden. 

Unsere Hunde haben sie sehr nett bzw. neutral aufgenommen, aber selbst an unseren Hunden hatte sie kein Interesse. Sie war völlig verschlossen und selbst ein kurzer Gang durch den Garten war zuviel für sie. Es wird für uns eine große Aufgabe werden, ihr Vertrauen zu gewinnen. Wir freuen uns auf diese tolle Aufgabe und hoffen, dass wir es schaffen, sie ins Leben zurück zu holen. 

Asja hat sich bei uns das Büro als ihren Rückzugsort ausgesucht. Dort hat sie sich praktisch von Anfang an recht wohl gefühlt. Sie hat sich unter den Schreibtischen und in dem Hundekorb, der dort schön geschützt in einer Ecke steht, einquartiert und hat die ersten Tage diesen Raum nicht verlassen. Sie hat aber von Anfang an gefressen und getrunken, und somit haben wir sie erst einmal in Ruhe ankommen lassen. Schon am 2. Tag konnte ich sie locken und sie hat sich zögerlich anfassen lassen. Ab dem 3. Tag hat sie ab und an auf den Flur geguckt (aber nur wenn sie sich ganz unbeobachtet gefühlt hat) und ist in der Dämmerung, wenn draußen alles ruhig ist, mit uns in den Garten gegangen. 

Nachdem sie mit uns das erste Mal draußen war, hat sie sich rasant entwickelt. Sie ist uns gegenüber sehr zutraulich und sucht immer unsere Nähe (jedenfalls draußen). Sie geht sehr gerne in den Garten, so lange sie niemanden sieht oder hört, fühlt sie sich dort sehr wohl. Die ersten Tage hat sie hauptsächlich unter unseren Büschen gelegen, mittlerweile bewegt sie sich frei im Garten. Sie frisst und trinkt nach wie vor sehr gut. Sie ist sehr sehr neugierig und unglaublich mutig. Sie mag gerne wenn es eng und dunkel ist. So hatte sie überhaupt keine Bedenken in die Garage zu gehen. Dies habe ich genutzt, um ihr das Auto ein wenig schmackhaft zu machen. Die Fahrt zu uns muss für sie ein Trauma gewesen sein, und dabei ist Auto fahren so etwas Tolles für Hunde. Ich habe ihr dann immer mal wieder die Möglichkeit gegeben ins Auto reinzugucken. Nach 2 Wochen Aufenthalt bei uns war dann der große Tag da, sie ist selbstständig ins Auto geklettert, und wir haben den ersten Ausflug mit ihr unternommen. Es war für sie sehr sehr aufregend, aber sie ist sehr mutig und hat das toll gemeistert. Somit haben wir wieder zwei große Hürden genommen... Auto fahren und auf fremdem Gebiet spazieren gehen. 

Dies soll jetzt aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie noch ganz weit entfernt ist von einem Familienhund, wie man sich ihn eigentlich vorstellt. 

Auch nach 3 Wochen hat sie nach wie vor sehr große Angst vor fremden Menschen und geht sofort aus der Situation, wenn sie jemanden hört oder sieht, auch wenn dieser Mensch sehr weit weg ist. Ich kann sie nicht mit auf unseren morgendlichen Spaziergang nehmen, weil sie große Angst vor der Leine hat. Auf den Ausflügen ist der Adrenalinpegel durch das Auto fahren so hoch, dass sie das Anleinen nicht registriert. Hier Zuhause ist dies nicht möglich. Wenn man sie ansieht, kann man nach wie vor deutlich erkennen, dass ihr die Welt einfach noch viel viel zu groß ist. Sie taut immer mehr auf, aber es gibt auch immer noch Momente, wo man deutlich sehen kann, dass sie "ihren Körper für eine Weile verlassen hat". Sie betritt das Wohnzimmer nur im Dunkeln. Wenn sie auf dem Flur unterwegs ist, und man kommt ihr unvorhergesehen entgegen, dann erschrickt sie selbst vor uns, wo sie sonst so gerne von uns gekrault werden möchte. Ich könnte dies noch unendlich weiterführen... 

ABER wir sind auf einem guten Weg. In der Dämmerung spielt sie mittlerweile mit Tyla und Aimee sehr ausgelassen. Da geht einem wirklich das Herz auf, wenn man sie sieht mit stolz erhobener Rute und verschmitztem Lächeln im Gesicht. Sie lässt sich von uns wirklich stundenlang kraulen, sie lässt sich von uns überall anfassen, und ich konnte somit ihr Fell von den Filzplacken völlig befreien. Sie ist stubenrein, und sie lächelt uns immer öfter an, wenn wir nach ihr sehen. 

Die ersten Tage war ich emotional wirklich sehr angeschlagen. Wenn man dieses Elend so direkt vor Augen hat, das bricht einem fast das Herz. Aber meine Hunde haben mir deutlich vorgemacht was zu tun ist. Ruhe bewahren, sie kommen lassen und nicht verzagen. Unser Rudel ist uns eine riesen Stütze, und wir sind so stolz darauf, wie toll sie diese Situation meistern. Keiner der Fellnasen ist eifersüchtig. Immer wenn Asja etwas anbietet, dann reagieren sie sofort und sehr freundlich, und versuchen sie weiter aus der Reserve zu locken. Ansonsten lassen sie sie völlig in Ruhe. Gerade Tyla muss ich ein riesen Kompliment machen. Nicht nur das sie NICHT eifersüchtig ist, sie hat auch kommentarlos ihren Lieblingsplatz unter meinem Schreibtisch hergegeben. Ganz großes Kino!!! 

Anfang der 4. Woche mussten wir mit Asja ganz dringend zum Tierarzt. Die Erstuntersuchung fand in den ersten Tagen bei uns zu Hause statt, aber dieses Mal war dies leider nicht möglich, da ein Ultraschall gemacht werden musste. Als wir sie übernommen haben war sie gerade am Ende der Läufigkeit, und es musste dringend überprüft werden, ob sie tragend ist oder nicht. Sie hat diese Prozedur zwar irgendwie überstanden, und das Ergebnis war zum Glück sehr positiv, denn sie ist nicht tragend, aber dennoch hat sie diese Aktion super weit zurück geworfen. Sie hat sich völlig von uns zurück gezogen, und sie hat wieder angefangen sich im Haus zu lösen. Sie ist fast gar nicht mehr mit in den Garten gegangen und wollte nichts sehen und nichts hören. Dieser Zustand hat bis zum Wochenende angehalten, und wir waren sehr betrübt über diesen Rückschritt. 

Ende der 4. Woche ist sie mental wieder zu uns zurück gekommen und ist mit riesen Schritten voran marschiert. Von jetzt auf gleich wurde ihr Blick klar, und sie war wieder voll da. Wir waren froh und total glücklich, dass sie ihr Tief überwunden hatte!!! Sie war richtig gut drauf, sie hat sich gefreut wenn sie uns gesehen hat, und sie ist wieder mit dem Rudel in den Garten gegangen. Sie war so fein gestellt, dass ich sie am Sonntag morgen das erste Mal mit auf unsere Morgenrunde genommen habe. Sie wollte schon ganz lange mit uns mitgehen, hat sich aber nie getraut. An diesem Tag war es anders. Sie ist ganz aufgeregt gewesen, und dies hat mir geholfen, sie aus dem Haus zu locken. Draußen konnte ich sie dann anleinen und schon gings los. Es war für uns alle sehr anstrengend, aber sie hat es irgendwie geschafft. Das war total überwältigend!! Seit dem geht sie jeden morgen mit uns mit, und wir fahren nun jeden Nachmittag auf eine entlegene Wiese oder gehen in einem einsamen Wald spazieren. Dies klappt mittlerweile richtig gut. 

Was nach wie vor ganz schlimm für sie ist, ist wenn sie Menschen sieht. Selbst wenn diese weit weg sind, bekommt sie große Angst. Sie geht immer noch nicht in den Garten, wenn sie irgendwo Nachbarn entdeckt. Sie kommt nach wie vor nicht ins Wohnzimmer, sondern bleibt wie am Anfang im Büro. ABER sie lässt sich kämmen, frisst und trinkt gut, lässt sich von uns gerne kraulen und ist einfach nur zauberhaft. Uns ist noch nicht so ganz klar, wie wir ihr andere Menschen "schmackhaft" machen können, und irgendwie hoffen wir, dass uns der Zufall ein wenig auf die Sprünge helfen wird. Sie wird noch sehr sehr viel Zeit brauchen damit ihre kleine geschundene Seele heilen kann. 

Die süße Maus ist jetzt schon 12 Wochen bei uns und sie hat sich ganz toll weiterentwickelt. Mittlerweile ist sie kastriert worden. Wir hatten befürchtet, dass sie der erneute Kontakt zum Tierarzt wieder sehr weit zurück werfen wird, aber dank Sedalin hat sie gar nicht wirklich mitbekommen was mit ihr geschehen ist. Sie hat 2 Tage geschlafen und hat dann dort weitergemacht wo sie vor der OP aufgehört hat. Lediglich das an- und ausziehen des Bodys hat sie die letzten Tage mit den Fäden im Bauch sehr genervt. Aber nachdem ich die Fäden gezogen hatte und sie den Body nicht mehr brauchte, hat es wirklich nur einen Tag der Regeneration gebraucht und sie stand wieder voll im Leben. 

Wir haben mittlerweile einen ganz tollen festen Tagesrhythmus und sie fühlt sich sichtlich wohl. Sie entspannt immer mehr und hat immer mehr Vertrauen zu uns. Sie lässt sich von uns überall anfassen und auch als ich ihr die Fäden gezogen habe war sie super entspannt. Sie fordert mittlerweile die Morgenrunde lautstark ein. Genau so lautstark begrüßt sie mich, wenn ich mittags von der Arbeit nach Hause komme. Sie hat einen weiteren Raum im Haus (mein Schlafzimmer) für sich entdeckt und fühlt sich dort sehr wohl. Hier ist sie so entspannt, dass ich mittlerweile über sie drüber weg steigen kann ohne das sie Angst bekommt oder aus der Situation rausgehen möchte. Sie schläft oft neben meinem Bett und schorchelt friedlich vor sich hin. Das ist super schön! Wir gehen ab und an sogar schon bei uns durchs Dorf, wo sie natürlich auch auf fremde Menschen trifft. Diese nimmt sie sehr unterschiedlich wahr. Menschen auf Fahrräder oder auf Pferden machen ihr gar nix aus, Menschen, die uns zu Fuß begegnen findet sie gruselig, aber sie blendet sich nicht mehr aus, sondern geht ein paar schnelle Schritte um Abstand zu gewinnen, und dann sieht sie sich die Menschen gaaaanz genau an. Sie nimmt überhaupt mittlerweile alles viel bewusster wahr, und das hilft ihr weiterzukommen, denn nur so stellt sie fest, dass das Leben schön und aufregend ist und vor allem, dass ihr Niemand mehr etwas Schlimmes antun wird. 

Sie orientiert sich immer mehr an unserem Rudel, und sie guckt sich super viel von unseren Hunden ab. Bevor wir nach einem Spaziergang rein gehen mache ich meinen Hunden die Pfoten sauber, DAS möchte sie auch auf jeden Fall. Sie kann es kaum abwarten bis sie dran ist. Genau so gerne mag sie abgerubbelt werden wenn es geregnet hat. All diese Dinge machen ihr gar keine Angst. Das genießt sie sehr. Mittlerweile bin ich dabei ihr ein erstes Hörzeichen beizubringen. Auch wenn sie sich noch nicht lange konzentrieren kann macht sie das super, und die Trefferquote fürs Pfötchen geben liegt bei über 50 %. Das ist richtig toll und man merkt, dass sie auch stolz ist wenn es gut klappt. 

Sie hat sich auch körperlich mittlerweile sehr schön entwickelt. Das Fell hat noch einen ordentlichen Rotstich, aber es ist schön flauschig und glänzend. Sie hat toll aufgemuskelt und die Zähne sind, dank einer Sanierung, strahlend weiß. Sie ist schon immer sehr niedlich gewesen, aber jetzt wo die Angst immer mehr von ihr abfällt entwickelt sie sich zu einer echten Schönheit. Wir sind mit ihrer Entwicklung super zufrieden und wir freuen uns jeden Tag, dass sie bei uns ist. 

Ca. 14. Woche... Asja hat wieder eine Meilenstein geschafft. Am Wochenende waren wir mit zwei befreundeten Paaren und deren Rudel (insgesamt waren es 13 Berner!!) auf fremdem Gebiet unterwegs. Sie hat das super mitgemacht, und als wir auf einer Wiese eine Pause gemacht haben, hat sie sogar von selber Kontakt zu einem der fremden Männer aufgenommen. Sie hat sich kraulen lassen und ist ganz dicht an diesen Mann heran getreten. DAS war der HAMMER!!! Sie wird einfach immer neugieriger und durch die vielen positiven Erlebnisse der letzten Wochen gewinnt sie zusehends an Vertrauen. Das ist wirklich schön wenn man diese Veränderung miterlebt! Sie wird auch immer lustiger. Ich kann mit ihr schon sehr ausgelassen im Garten rumtoben. Sie spielt unglaublich gerne "fangen" mit mir. Spielzeug ist ihr noch suspekt. Gestern bin ich das erste Mal mit ihr und nur 2 unserer Hunde durchs Dorf gelaufen. Auch das hat sie mit sehr viel Ruhe aufgenommen. Wenn sie abends mit uns zusammen im Wohnzimmer verweilen würde, könnte man hier zu Hause nicht mehr merken, dass sie anders ist als unsere anderen Hunde. Natürlich ist sie nach wie vor sehr vorsichtig und ab und an auch noch ängstlich, aber sie hat mittlerweile auch sehr viel Spaß am Leben! So lange wir hier mit ihr alleine sind und wir unseren ritualisierten Tagesablauf nicht verändern, ist für sie alles supi, und wir freuen uns jeden Tag, dass wir das Glück haben, dass sie bei uns ist! 

Mittlerweile ist Asja 8 Monate bei uns. Es gab in den letzten Wochen Phasen, wo sie einfach fröhlich in den Tag hinein gelebt habt, aber wo sie sich nicht weiter entwickelt hat. Und dann gab es auch mehrere Phasen, wo sie richtige Schübe gehabt hat. Da hatte man den Eindruck, dass sie mit 7-Meilen-Stiefeln in ihr neues Leben läuft. Den Winter mit dem vielen Schnee hat sie in vollen Zügen genossen. Sie mochte die Kälte gerne und hat viel mit unseren Mädels gespielt. Mittlerweile gehen wir ganz regelmäßig mit fremden Menschen und ihren Hunden spazieren. Asja ist dabei super entspannt. Sie pirscht sich an alle Menschen zum schnüffeln heran und bei dem, der die leckersten Leckerchen mit hat bleibt sie. Das ist schon sehr erstaunlich, wie neugierig sie geworden ist, und dass sie tatsächlich auf eigene Initiative hin alle fremden Menschen erkundet. Ich denke, dass ist für sie ein riesen Fortschritt! 

Draußen ist sie eh ganz frei und locker unterwegs. Sie genießt ihre Freiheit wirklich in vollen Zügen, und wir laufen und toben was das Zeug hält. Ich kann auch mit ihr alleine losgehen, sie braucht das Rudel nicht mehr zur Sicherheit. Sie hört super gut, da könnten sich unsere Wauwis fast eine Scheibe von abschneiden. Wenn unsere Hunde ohne Leine unterwegs sind, dann erweitert sie auch ihren Radius und schnüffelt ganz entspannt, gehen unsere Hunde an der Leine bei uns, geht sie bei Fuß, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Sie versteht die Hörzeichen "sitz, leg dich, warte, hier, schnell, heiß, vorsichtig, Pfötchen" und noch viele mehr. Ich finde es ganz erstaunlich wie schnell sie all dies gelernt hat. Im Haus ist sie eigentlich auch sehr entspannt. Sie hat jetzt alle Räume erobert und liegt, wie all unsere Hunde abends bei uns im Wohnzimmer. Wenn ich sie im Haus rufe kommt sie allerdings nach wie vor im Schleichgang, während sie draußen angerannt kommt wie eine kleine Rakete. Irgendwie ist sie im Haus nach wie vor etwas gehemmt, UND wenn wir Besuch bekommen, bleibt sie nach wie vor im Büro. Da kann ich sie dann auch nicht heraus locken. Fremde Menschen im Haus findet sie nach wie vor gruselig. Aber auch diese Hürde wird sie noch nehmen, alles Schritt für Schritt. Sicherlich wäre es anders, wenn wir ständig fremde Menschen im Haus hätten... aber wir leben halt bissi zurück gezogen und da dauert es ein wenig länger. Sie hat bis jetzt alles super gemeistert und sie hat so gut wie alles gelernt, was ein Hund lernen sollte und somit ist es gar nicht weiter schlimm, dass sie sich zurück zieht, wenn Besuch kommt. Sie fühlt sich nach wie vor sehr wohl im Büro und schläft dann ganz in Ruhe ein Stündchen und fertig. 

Wir sind total begeistert, wie sie sich bei uns entwickelt hat. Wenn ich daran denke, was für ein Häufchen Elend ich vor 8 Monaten im Arm gehalten habe und wie stolz sie jetzt durch ihr neues Leben schreitet... Es ist fast wie ein Wunder, und wir sind sehr sehr glücklich, dass sie nun voll im Leben steht. 

Jetzt fehlt ihr zu ihrem Glück "nur" noch die eigene Familie. Ganz sicher sucht diese schon nach ihr, sie haben sie nur noch nicht gefunden. Und so lange das so ist, genießen wir einfach jeden Tag mit diesem kleinen Sonnenschein! 

Vom Frühjahr bis Sommer hat sich Asja stetig weiterentwickelt. Es war wirklich eine große Freude zu sehen und zu erleben, wie sehr sie ihr Leben genießt und wie entspannt sie alle möglichen Situationen mittlerweile meistert. Es gab sehr viele Bewerbungen für die Maus, aber die richtige Familie ließ doch noch eine ganze Weile auf sich warten. Leider ist es für uns in den Tagebüchern kaum darstellbar, wie es wirklich ist mit so einer besonderen Hündin zu leben, somit haben wir bestimmt einige Herzen gebrochen. Aber es ist gerade bei diesen Hunden natürlich ganz besonders wichtig, dass sie nur in eine perfekte Familie mit einem perfekten Umfeld umziehen können. 

Wie das manchmal so ist im Leben musste leider erst eine Tragödie passieren, bevor man nun davon sprechen kann, dass Asja das ganz große Los gezogen hat. Damals, am 25.7.2009, sind 2 Hündinnen vom Vermehrer in die Freiheit entlassen worden. Asja kam zu uns und die andere Hündin zog bei Freunden ein. Leider musste diese andere liebe Hündin, nach nicht einmal einem Jahr in der Freiheit, über die Regenbogenbrücke gehen. Sie hatte einen Tumor am Rückrad, der nicht operabel war. Wir waren alle sehr bestürzt und super traurig, dass diese Maus ihr tolles, neues Leben nur so kurz genießen durfte. Es ist wirklich hart und ungerecht. 

Da unsere Freunde schon immer schwer verliebt in Asja waren und ihr Herz eh ganz besonders für die Vermehrerhunde schlägt... da sie Asja schon sehr gut kannten und da ihr Rüde vor lauter Verlustschmerz nicht mehr fressen wollte... kommt nun was kommen musste... 

Endlich kommt zusammen, was zusammen gehört!! 

Nach einer Trauerphase haben wir ganz behutsam und langsam angefangen Asja umzusiedeln. Erst bin ich mit ihr zu Besuch zu unseren Freunden gefahren, später habe ich sie dann nur noch dort hingebracht und nach einiger Zeit wieder abgeholt. Als dieses alles super gut geklappt hat, und wir sicher waren, dass sie sich dort wohl fühlt, haben wir sie und ihr Bettchen eingepackt und der langersehnte, große Tag war da... 

Am 01.08.2010 ist sie endgültig in ihre neue Familie umgezogen und alles lief perfekt. Sie hat uns nicht gesucht und unsere Hunde haben sie nicht gesucht. Sie hatte sich dort schon ein Plätzchen ausgesucht, da wurde ihr Bettchen hingestellt, und dies hat sie bezogen und fertig. Sie hat sofort gefressen, war von Anfang an nicht sonderlich unsicher oder schreckhaft, und sie mag ihren neuen Kumpel total gerne. Sie hat keine nennenswerten Rückschritte gemacht, sondern sie hat einfach dort angeknüpft wo sie hier bei uns aufgehört hat. DAS hat uns ganz besonders gefreut. Sie kommt gut mit dem neuen Tagesablauf zurecht und ALLE sind super glücklich und zufrieden. Genau so soll es sein!!! 

Für uns war der Abschied nach der langen Zeit natürlich schon arg traurig und schwer, aber gerade, dass sie uns nicht gesucht hat und vor allem, dass unsere Hunde sie nicht gesucht haben, hat uns bestätigt, dass es richtig war, sie auch nach soooo langer Zeit umziehen zu lassen. Gut Ding will Weile haben heißt es so schön, oder?! 

Wir wünschen Asja mit ihrem neuen Freund und ihrer lieben Familie alles alles Liebe und ganz viele glückliche und vor allem gesunde Jahre! 

Es war eine sehr aufregende Zeit mit dir Süße, und wir vermissen dich ganz doll. Mach et joot! 

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