Dies ist die Geschichte von Falko,
dem liebsten, schönsten und klügsten Hund der Welt:

 
Dieser tolle Rüde hat uns mit dem Berner Virus infiziert!!  

Als wir „aufs Land“ gezogen sind, wurde der Wunsch nach einem Hund immer größer. Ich wollte schon mein ganzes Leben lang einen Hund haben, und Dieter war auch nicht abgeneigt. Jetzt hatten wir den Platz und durch unsere Arbeitszeiten auch die Zeit für eine kleine Fellnase. Also haben wir uns auf die Suche gemacht und haben fast in der Nachbarschaft einen Berner Wurf entdeckt. 

Wir haben noch nie so etwas unbeschreiblich Geniales gesehen. Dieser Wurf war einfach unglaublich schön. Wir konnten die Welpen in den ersten 6 Wochen lediglich an Kleinigkeiten, wie einzelne helle oder dunkle Krallen, und dem Geschlecht unterscheiden. Auf den ersten Blick sah ein Welpe aus wie der andere. Ab der 6. Woche konnte man auch schon kleine Charakterunterschiede erkennen, und da wir alle ab der dritten Woche regelmäßig die Welpen besucht haben, haben „unsere“ Welpen uns auch schon erkannt. 

Wir haben unseren kleinen Falko sehr oft besucht – ich fürchte, wir sind dem Züchter mächtig auf den Geist gegangen - und er kannte uns schon ganz genau als wir ihn abgeholt haben. Entsprechend war er auch keinen einzigen Tag fremd bei uns. Auch wenn für ihn bei uns natürlich alles neu war, konnte man keinerlei Heimweh erkennen. Die Fahrt im Auto hat er ganz ruhig in meinem Arm liegend verschlafen. Er war unglaublich gelassen.  

Dass er nur unten im Haus bleiben sollte, damit er die ersten Monate keine Treppen steigt, hat er sofort akzeptiert. Die ersten Nächte haben wir abwechselnd bei ihm im Wohnzimmer geschlafen, aber es hat nicht lange gedauert, da war es für ihn völlig o.k. dort alleine zu bleiben. 

Überhaupt hatte er kein Problem damit alleine zu sein. Nur ein einziges Mal - wir waren abends nicht Zuhause, und es war schon dunkel als ein Gewitter aufgezogen ist - da muss er doch Angst bekommen haben, denn dies war das einzige Mal wo er ins Haus gepieselt hat. 

Wir haben ihn mit 8 Wochen praktisch stubenrein übernommen, und er hat absolut gar nichts kaputt gemacht wenn er alleine zu Hause war. Natürlich auch nicht, wenn er nicht alleine Zuhause war! Ein kleiner Wunderhund war bei uns eingezogen!!! 

Leider hatte er aber ausgesprochen viel Pech in seinem Leben! 

Er war kaum bei uns eingezogen, da mussten wir schon mit ihm zum Tierarzt. Der ganze Bauch war voll kleiner Pusteln. Wir hatten ihn Ende April übernommen, und zu der Zeit ist ganz extrem das Gras hochgeschossen und hat ständig unter seinem Bauch gekitzelt. Der Kleine hat wohl ein wenig allergisch reagiert. Zum Glück ist der Bauch mit etwas Salbe schnell wieder verheilt, und er hatte nie wieder Probleme mit irgendwelchen Allergien. 

Da wir nicht wirklich Ahnung von Hunden hatten, wollten wir so schnell wie möglich mit ihm auf den Hundeplatz gehen. Dies hatten wir dann, 2 Wochen nach seinem Einzug bei uns, das erste Mal gemacht. Er fand das dort total blöd. Nun muss man dazu sagen, dass es damals nicht wie heute nette kleine Welpengruppen gab. Es gab damals – jedenfalls in unserer Nähe – nur Hundplätze für Gebrauchshunde, und auf denen wurde gearbeitet und keinesfalls gespielt und die Anleitung fürs Training war auch eher so naaajaaa... Also haben wir beschlossen, dass es noch zu früh für unseren Welpen ist dort hinzugehen. 

Wir haben dann versucht so viele fremde Hunde wie möglich zu treffen, leider mit dem Erfolg, dass Falko oft negative Erlebnisse mit Hunden, hauptsächlich mit Rüden hatte. Eigentlich sollte er Sozialverhalten erlernen. Gelernt hat er leider lediglich, dass der, der zuerst den aggro Rüden raushängen lässt das „Spiel“ gewinnt. 

Dass es außerhalb des Rudels keinen Welpenschutz gibt war uns auch damals schon klar, aber weder damals noch heute konnten und können wir verstehen, dass so viele Menschen einfach ihre Hunde frei laufen lassen, obwohl sie wissen, dass diese alles andere als verträglich mit ihren Artgenossen sind. Für den Welpen, wie auch für die dazugehörigen Menschen sind solche Übergriffe der absolute Horror! Sie haben unser Leben mit Falko die ganzen Jahre begleitet wie eine dunkle Wolke. 

Falkos Welpenzeit war ansonsten super schön. Auto fahren war von Anfang an immer sehr begehrt, da er wusste, dass er dann etwas Spannendes erleben würde. Er war sehr mutig und aufgeschlossen allem Neuen gegenüber. Er mochte von Anfang an Wasser besonders gerne. Wenn gerade kein See in der Nähe war, ist er gerne um den Regenmacher im Garten getobt. 

Was auch immer er gemacht hat, er hatte unglaublich viel Ausdauer und Power. Ein kaum zu bändigendes Kraftpaket. 

Dies hat leider auch schmerzlicher Weise mein Mann verspüren müssen. Bei einer Runde mit Falko um den Block, ist er eines Tages nicht sonderlich weit gekommen. Er hat einen Moment nicht aufgepasst, Falko hat blitzschnell die Richtung geändert und schon war der Meniskus durch. Wenn doch dieser doofe Greifreflex nicht wäre… 

Falkos zweiter außerplanmäßiger Tierarztbesuch war dann fällig, weil er die Milchzähne nicht alle von alleine verloren hat. Damals hab ich mir noch nicht zugetraut die verbliebenen selber zu ziehen, also musste der Doc ran. Ohne mit der Wimper zu zucken hat Falko dies über sich ergehen lassen, genau so wie jeden weiteren Tierarztbesuch auch. 

Kurze Zeit später ist er in eine Scherbe gelaufen und hatte einen Schnitt im Pfotenballen. Da dieser recht schnell aufgequollen ist, sind wir also wieder mit ihm zum Doc. Die Pfote musste mit 3 Stichen genäht werden, weil die Wundheilung sonst vielleicht nicht so gut funktioniert hätte. Da 3 Stiche kein Narkoserisiko rechtfertigen, haben wir beschlossen, ohne Narkose zu nähen. Wir haben alle 4 (Falko, der Doc, Dieter und ich) auf dem Boden gelegen und die Pfote genäht. Das hat super gut geklappt. Der Kleine hat es wie immer brav über sich ergehen lassen. Nun hatte ich schon zwei „Männer“ mit Bein-Handicap zu Hause. Sah irgendwie witzig aus, Dieter an Krücken und Falko mit verbundener Pfote und beide am humpeln… Wir hatten jetzt befürchtet, dass er sicher nie wieder zum Tierarzt gehen möchte, aber am nächsten Tag zur Kontrolle ist er so freudig in die Praxis gelaufen, als wäre nie etwas gewesen, und zum Fäden ziehen hat er die Pfote artig hingehalten. Soo ein guter Hund!!! 

Anfang 1998 haben wir dann unser jetziges Zuhause entdeckt. Auf einem Spaziergang mit Falko haben wir im Wohnzimmerfenster das Schild „zu Verkaufen“ gesehen, und kurze Zeit später stand fest, dass wir im Mai umziehen werden. Da das Haus schon leer stand, haben wir schon Wochen vor dem Umzug renoviert. Falko war immer mit von der Partie. Er war ein richtiger Baustellenhund und fand das total klasse. Dies war sehr positiv, weil er sich nach dem Umzug hier sofort heimisch gefühlt hat. 

Im Juni haben wir dann Elle und Hüfte röntgen lassen. Das Gutachten hatte ergeben, dass die Elle völlig gesund war, und bei den Hüften hat er einen Verdacht eingetragen bekommen. Damit waren wir sehr zufrieden. 

Zu dieser Zeit haben wir versucht für Falko nachträglich Papiere erstellen zu lassen. Bevor wir ihn übernommen haben, war uns das nicht so wichtig. Viel wichtiger war uns, wie die erwachsenen Hunde gehalten und die Welpen aufgezogen werden. Das sehen wir heute immer noch so, aber mittlerweile finden wir, dass Papiere auch sehr sehr sinnvoll sind. 

Da Falkos Eltern beide Papiere hatten, dachten wir, dass es möglich sein muss, dass auch Falko Papiere bekommt. Wir haben zuerst beim SSV angefragt. Dort hätten Falkos Nachkommen aber nur Registrierpapiere erhalten, wo keine Ahnen ersichtlich sind. Genau das war uns aber wichtig, dass man nachvollziehen kann, wer zur Familie gehört, wie alt und wie gesund die Linie ist etc. Also kam dies nicht wirklich für uns in Frage. Wir haben unser Vorhaben dann erst einmal „auf Eis“ gelegt. 

Im Sommer haben wir uns dann zu einer großen Dummheit hinreißen lassen. Eine Bekannte hatte eine Berner-Rotti-Hündin. Sie sah aus wie eine zierliche Berner Hündin und war ein sehr lieber Hund. Diese Hündin sollte gedeckt werden, und wir wurden gefragt, ob Falko als Vater in Frage kommt. Damals fanden wir die Vorstellung sehr verlockend, dass von Falkos wundervollem Wesen etwas weitergegeben wird. Heutzutage müssen wir sagen, LEIDER haben wir dem zugestimmt. So eine „wilde“ Bedeckung würde für uns absolut nicht mehr in Frage kommen. Es gibt wirklich genug Hunde auf der Welt. Wenn man Welpen möchte, sollte doch unbedingt ein Zuchtziel im Vordergrund stehen und keine reine Gefühlsduselei. Übrigens sind bei dem Deckakt 9 super süße Welpen entstanden. Wir wissen von einem Rüden, dass er dieses Jahr seinen 10. Geburtstag gefeiert hat. Leider hatten wir zu den anderen Welpenkäufern keinen Kontakt und können somit auch nicht sagen, was aus den Welpen geworden ist. 

Im August 1998 hat Falko dann seine Begleithundeprüfung abgelegt. Irgendwann im Frühjahr bin ich noch einmal mit ihm zu dem besagten Hundeplatz gefahren, und wider erwarten hat es ihm dort gut gefallen. Jetzt war er auch schon ein Jahr alt, und er mochte die "Arbeit" beim zweiten Anlauf auf Anhieb total gerne. Es hat super viel Spaß gemacht mit ihm zu trainieren. Zuerst haben wir nur auf die Begleithundeprüfung hingearbeitet. Als er diese erfolgreich abgelegt hatte, haben wir mit dem Schutzdienst weiter gemacht. Das war genau sein Ding! Obwohl er der sanftmütigste Rüde überhaupt war und niemals einem Menschen auch nur ein Härchen gekrümmt hätte, hat ihm die "Arbeit am Ärmel“ unglaublich viel Spaß gemacht. Und mir dann entsprechend auch!! Leider hat man uns dort als Konkurrenz empfunden, da Falko seine Sache extrem gut gemacht hat und nun mal kein "Gebrauchshund" war. Entsprechend sind wir immer ein wenig gemobbt worden. Aber das hat uns zum Leidwesen der anderen wenig abgeschreckt. 

Was uns allerdings sehr zugesetzt hat war, dass wir dort völlig falsch beraten und geschult wurden was Begegnungen und Interaktionen von Hunden betrifft. Falko ist auch dort oft von anderen Rüden angegangen worden. Uns wurde gesagt, wir sollten uns da nicht reinstecken, das würden die Hunde schon unter sich regeln. Da es keine ernsthaften Beißereien waren, haben wir den Rat angenommen. Schließlich sind wir in die Hundeschule gegangen, weil wir Rat wollten. Im Laufe der Jahre hat sich dann rausgestellt, dass wir auf jeden Fall hätten eingreifen müssen.

Als Falko ca. 3 Jahre alt war, hat er dann angefangen Hundebegegnungen auf seine Art zu regeln. Im Grunde so, wie es uns gesagt wurde, nur das wir mit der Art und Weise nicht einverstanden waren. Er hatte es von einem auf den anderen Tag definitiv satt sich schikanieren zu lassen und ist sofort bei Rüden-Begegnungen zum Angriff übergegangen (auch wenn ich am anderen Ende der Leine hing *seufz). Er hat zwar nicht gebissen, es waren lediglich Scheinkämpfe, aber auch das ging natürlich gar nicht. Wir wollten definitiv NICHT, dass die das auf diese Art unter sich regeln! Rüden-Begegnungen waren fortan wirklich anstrengend. 

Da wir in einem Dorf lebten, wo fast ausschließlich große Rüden wohnten, war mancher Spaziergang ein Spießrutenlauf. Dies hat uns (vor allem mich) von da an die ganzen weiteren Jahre mit ihm begleitet, und es hat unser „Hundeleben“ sehr stark geprägt und eingeschränkt. Frei laufen lassen konnten wir ihn nur noch, wenn wir einen weiten Blick hatten und unsere Aufmerksamkeit immer voll bei ihm war. Ich habe es nie mehr ganz in den Griff bekommen unser „Rüden-Handicap“. Ich habe mit ihm fast alles probiert. Nichts hatte auf Dauer den gewünschten Erfolg. Sein Groll auf Rüden war so tief eingegraben, ob wir wollten oder nicht, wir mussten wohl irgendwie damit leben. Das war sehr schade, denn er war sonst zu jedem Lebewesen sehr sanftmütig. Wahrscheinlich war auch dieses Extreme der Punkt warum es mich so sehr belastet hat. Bei uns im Garten konnten kleine Mäuse gemütlich ihre Körner futtern – siehe Fellnasen Galerie – oder ein Rudel Rehe konnte direkt vor uns den Weg passieren, kamen Kinder auf ihn zu hat er sich gefreut und "klein gemacht", damit sie ihn besser streicheln konnen. Er war immer artig und entspannt und war immer absolut zuverlässig ansprechbar und leicht zu lenken. Nur wenn am Horizont, weit weit entfernt, ein Rüde aufgetaucht ist war der schönste Spaziergang von da an Geschichte. Menschlich sehr schwer zu akzeptieren. Aber so war es nun einmal.

(Nachtrag aus 2024: Leider gab es damals nicht so wie heute gute Trainer an jeder Ecke. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass mich jemand mit Plan begleitet und mich anleitet wie ich mit ihm entspannt durch solche Situationen komme, aber die Zeit der Vernetzung und der gut ausgebildeten Hundetrainer kam im Grunde erst so richtig ins Rollen, als Falko schon nicht mehr auf dieser Welt war. Da ich mich einfach nicht mit diesem Zustand zufrieden geben wollte, und die Art des Umganges mit dem Hund so wie er in dem Hundeverein vermittelt wurde definitiv nicht das war was ich mir vorgestellt hatte, war das im Grunde der Start für meinen heutigen Beruf. Ich hatte erst angefangen alles über Hunde zu lesen was man nur über Hunde lesen konnte. Bücher gab es auch zu Falkos Zeiten schon einige recht gute, aber die ersetzen natürlich kein reales Training, vor allem nicht wenn die Situation schon derart eingefahren ist. Später erst ab ca. 2008 ging meine Seminarzeit los, wo ich viele viele gute und ein paar weniger gute Hundetrainer kennen gelernt habe. Dieses Feld ist so unglaublich faszinierend! Das Thema „Hund“ von Erziehung, Ernährung, Psychologie, Tiermedizin, Pflege, Beschäftigung etc. ist mein Hauptlebensinhalt neben meinen Hunden geworden. Und wenn ich heute so über die Zeit mit Falko nachdenke, wie einfach es doch gewesen wäre ihn durch diese Begegnungen zu FÜHREN, denn das ist der Schlüssel des Ganzen, Führung übernehmen, dann bin ich auch jetzt immer noch ein wenig traurig. Es hat uns viel gemeinsame Lebensqualität genommen, dass ich das damals nicht mit ihm hinbekommen habe. Das tut mir auch heute immer noch doll leid.) 

Im Herbst hatten wir uns dann entschlossen Falkos „Himbeeraugen“ behandeln zu lassen. Wir haben immer gehofft, dass die Pickelchen von selber verschwinden, aber da der Tierarzt sein bester Freund war, war damit nicht wirklich zu rechnen. Die Behandlung war nicht besonders schön anzuschauen, hatte aber vollen Erfolg. Danach hatte er nie wieder Bindehautentzündung. Immerhin etwas… 

Im November sind wir mit ihm das erste Mal in den Urlaub gefahren. Ab nach Dänemark an den Strand. Das hat uns allen unglaublich viel Spaß gemacht. Er konnte den ganzen Tag im Meer planschen so viel er wollte, und auch das Salzwasser konnte es ihm nicht vermiesen. Er ist zum Teil bedenklich weit geschwommen und hat stundenlang nach Steinen getaucht. Wie immer voller Power und ohne Ermüdungserscheinungen. Das war ein super schöner Urlaub für uns alle. 

Im Dezember hat Falko dann eine kleine Freundin an seine Seite bekommen. Wir hatten im neuen Haus viel Platz, und wir hatten große Lust noch einen Welpen aufzuziehen. Der Gedanke, dass kein Hund alleine Zuhause ist wenn wir arbeiten müssen war auch sehr verlockend. So haben wir dann klein Kenya zu uns geholt. 

Am Anfang war Falko dieses kleine Wesen ein wenig unheimlich. Er hatte immer große Angst kleine Kinder oder kleine Tiere zu verletzten. Er konnte soooo vorsichtig sein, ganz erstaunlich für so einen großen Hund. Die ersten Tage ist er ihr entsprechend ein wenig aus dem Weg gegangen. Das Eis gebrochen hat dann ein guter Bekannter. Er hat eine ganz lustige Quietsche-Ente mitgebracht, und damit haben die Beiden gemeinsam stundenlang gespielt. Die Beiden haben die ganzen Jahre kein einziges Mal Streit gehabt. Es war ein sehr harmonisches Paar. 

Da Kenya Papiere vom DRC hatte – bis zu ihrem Einzug bei uns wussten wir gar nicht wie viele Hundeverbände es gibt! – haben wir dort angefragt, ob dieser Verband für Falko Papiere erstellen würde. Wir sind dann zu einer Hundeschau eingeladen worden, und aufgrund Falkos Bewertung und der Papiere seiner Eltern, wurden für ihn Papiere ausgestellt. Nun hatte er endlich auch ganz offiziell Ahnen. Später wurde er auch im DRC angekört. 

Wir sind dann ein paar Jahre von Hundeschau zu Hundeschau gefahren. Das hat super viel Spaß gemacht, vor allem weil wir mit unseren Beiden so gut abgeschnitten haben – siehe Daten – aber auch, weil wir dort immer wieder ganz tolle Hunde und sehr nette Leute kennen gelernt haben. Und seltsamer Weise war Falko auf Hundeschauen auch anderen Rüden gegenüber recht neutral. Sicherlich, weil es immer so viele waren, dass er keinen Fokus auf einen bestimmten legen konnte.  

Im Herbst 1999 hatte Falko wieder einmal ein längeres Rendezvous mit dem Doc. Seine Analdrüsen mussten entfernt werden. Im laufe des Jahres waren diese immer wieder stark entzündet, und die manuelle Entleerung war für ihn offensichtlich unglaublich schmerzhaft. Dies wollten wir ihm nicht länger zumuten, da eine Besserung seines Zustandes nicht in Sicht war. Der Eingriff verlief völlig unproblematisch, und auch dieses Mal war er nicht nachtragend. 

Im Februar 2001 ist Kenya dann das erste Mal läufig geworden. Falko hat wirklich sein Bestes gegeben, aber sie hat sich nicht belegen lassen. Genau so war es auch im September 2001 und im März 2002. 

Nur das er im März 2002 – vielleicht durch die Überanstrengung? – seine erste Magendrehung davon getragen hat. So erschreckend gefährlich eine Magendrehung sein kann, so unspektakulär verlief seine. Es fing abends gegen 21 h an. Ich habe sofort gesehen, dass es ihm schlagartig schlecht geht. Wir haben ihn ins Auto gesetzt – mein Mann war ganz sicher, dass es völlig übertrieben ist sofort loszufahren – und sind zur Klinik. Leider hatte sich mein Verdacht bestätigt, und Falko war in akuter Lebensgefahr – auf einmal war auch mein Mann froh, dass wir sofort losgefahren sind! Wir haben es dann mit vereinten Kräften geschafft den Magen wieder so zu lagern, wie es die Natur vorgesehen hat, ohne Operation. 

Als er am nächsten Morgen aus der Narkose langsam wieder aufgewacht ist, ging es ihm erstaunlich gut. Wir waren sehr froh, dass alles so gut ausgegangen war. Er hat sich super schnell von der Magendrehung erholt. Von dem Tag an habe ich die Hunde auf 3 Futterrationen umgestellt, 2 gab es ja eh schon immer. 

Ein halbes Jahr später während der nächsten Läufigkeit von Kenya hatte Falko die zweite Magendrehung. Wir haben die beiden Hunde einige Stunden nach dem Füttern getrennt, und die Wasserrationen wurden eingeteilt, und trotzdem ist es wieder passiert, unfassbar! 

Dieses Mal ist es auch nicht entfernt so gut gelaufen wie beim letzten Mal, dabei waren wir genau so schnell mit ihm in der Klinik wie im März. Zuerst sah es auch so aus, als wenn wir den Magen wieder in die Ursprungslage zurück verlagern konnten, aber als er am nächsten Morgen aus der Narkose aufgewacht ist, ist er sofort wieder aufgegast. Wir also gleich wieder mit ihm in unsere Klinik, dort konnte ihm nun aber nicht mehr geholfen werden, weil er noch halb in Narkose war. 

Wir mussten mit ihm in eine andere Klinik, die entsprechende Möglichkeiten hatte, ihn sofort wieder tiefer in Narkose zu legen. Mit „Blaulicht“ und Angst im Nacken  sind wir durch halb Bremen gerast. In der anderen Klinik angekommen, hat man uns den Hund abgenommen und wollte uns mit den Worten „wir werden ihn erst mal zur Beobachtung hier behalten“ nach Hause schicken. 

Ich war eh sehr aufgebracht, weil ich es überhaupt nicht kannte unseren Hund aus den Händen zu geben. Bis dahin war ich sogar bei allen Operationen dabei geblieben, und nun sollten wir zwar gehen, aber keiner hielt es für notwendig sofort etwas zu unternehmen, das ging gar nicht! Ich musste recht massiv werden, bis endlich jemand zumindest ein Röntgenbild gemacht und Blutwerte bestimmt hat, und siehe da, auf einmal hatten es alle ganz eilig den Hund zu operieren. 

Auch wenn er leider Stammgast beim Doc war, muss man positiv erwähnen, dass immer alle Eingriffe gut verlaufen sind. So auch dieser. Wir konnten ihn am nächsten morgen mit einer mehr als 30 cm langen Naht am Bauch wieder abholen. Er war noch etwas benommen, hat sich aber super schnell erholt. Wir waren so froh, als er dies überstanden hatte. Nach 10 Tagen sind wir dann zu unserem Doc gefahren, und er hat sich brav die 20 Fäden ziehen lassen. Nichts konnte sein Vertrauen in die Tierärzte erschüttern. Über zitternde Hunde im Wartezimmer hat er sich innerlich wahrscheinlich amüsiert. 

Da nun auf jeden Fall jedes Risiko vermieden werden musste, dass sich sein Magen noch einmal dreht, haben wir uns Anfang 2003 entschlossen, ihn kastrieren zu lassen. Offensichtlich hatte er sich während Kenyas Läufigkeit derart aufgeregt, dass es keinen Sinn hatte so weiter zu machen. Und da Kenya sich eh um keinen Preis der Welt hätte belegen lassen, haben wir den Eingriff im Februar 2003 hinter uns gebracht. Nach wie vor ist er freudig in die Praxis gelaufen. Ich sag ja, ein Wunderhund war bei uns eingezogen!! Wie alle anderen Operationen hatte er auch diese gut überstanden. 

Die Kastration hatte zur Folge, dass er viel kuscheliger geworden ist. Er war auch vorher immer in unserer Nähe, brauchte aber nie zwingend Körperkontakt. Den hat er wirklich erst nach der Kastration gesucht. Auf einmal hat er sich stundenlang den dicken Pelz durchkraulen lassen. Der zweite positive Nebeneffekt war, dass er gar keine Probleme mehr mit der Prostata hatte. Sein Gewicht ist absolut gleich geblieben, da er vom ersten Tag an nur noch die halbe Ration Futter bekommen hat. Das hat super geklappt. Sein Verhältnis zu anderen Rüden hat sich aber leider auch nach der Kastration nicht verbessert. Beim Zusammenleben mit Kenya konnten wir keine Veränderungen feststellen. Wahrscheinlich war sie nur froh, dass er endlich nicht mehr genervt hat, wenn sie läufig war. 

Die folgenden 2 ½ Jahre sind endlich ein wenig ruhiger verlaufen. Zum Tierarzt brauchten wir nur noch einmal jährlich zum Check. Auch mit 8 Jahren konnte man Falko sein Alter absolut nicht ansehen. Er war immer noch voller Energie, und wer es nicht besser wusste, hat geschätzt, dass es ein eher junger Hund sein muss, der da vor ihm steht. Wir waren super glücklich, dass es den beiden Fellnasen so gut geht, bis Falko Ende Juli 2005 auf einmal anfing undefinierbar zu lahmen. Es kam aus dem Nichts und hat uns tief geschockt. 

Der erste Verdacht war Borreliose. Der Bluttest hatte allerdings ergeben, dass wir dieses ausschließen konnten. Da auch Röntgenaufnahmen keinen Befund ergeben haben – wir konnten nicht einmal genau sagen, wo er lahmt, weil dies zu wechseln schien – haben wir ihm an 3 aufeinander folgenden Tagen einen Tropf mit Schmerzmedikamenten und Aufbaupräparaten gegönnt. Er hat darauf super reagiert. Schon nach dem ersten Tag ging es ihm viel besser. Die nächsten 2 Wochen war er völlig symptomfrei. Wir hatten uns schon gefreut, dass er über den Berg ist, aber leider war es absolut nicht so. 

Als er nach den 2 beschwerdefreien Wochen wieder anfing zu lahmen, konnten wir auch sehen, dass er rapide Muskeln abbaut. Er war lustlos und wollte nicht mehr so recht laufen. Ab und an hat er auch einmal einen Schmerzlaut von sich gegeben, aber nach wie vor war alles sehr undefinierbar. Um ihm zu helfen haben wir mit der Neuraltherapie weitergemacht. Wie beim Tropf schien es erst so, als würde er super darauf ansprechen, aber nach gut 2 Wochen blieb auch hier wieder die Wirkung völlig aus. 

Es war ein Auf und Ab. Ein Tag war er super gut drauf und wir hatten wieder Hoffnung. Am nächsten Tag war er – und wir entsprechend auch - völlig deprimiert und lustlos. Entsprechend oft waren wir in der Klinik mit ihm. Aber was auch immer wir ver- und untersucht haben, wir konnten es einfach nicht lokalisieren und keine Untersuchung ergab einen Befund. Es war einfach nur schrecklich!!! Wir waren machtlos und mussten mit ansehen, wie es unserer lieben kleinen Fellnase immer schlechter ging. Mittlerweile ist er nur noch ab und zu in den Garten gegangen. Mehr wollte er nicht mehr laufen. Gefressen hat er nur noch mäßig und getrunken nur noch mit Saft im Wasser. 

Am Freitag, 02.09.2005 haben wir noch einmal Blut abgenommen, da alles nach wie vor am ehesten auf eine Borreliose schließen ließ. Da der Kurier ausgerechnet an dem Tag die Proben eher als sonst abgeholt hat, ist unser Paket erst am Samstag ins Labor gegangen. Das Ergebnis hatten wir entsprechend erst am Montagnachmittag. 

Das Wochenende war der reinste Horror. Ich wollte unbedingt dieses eine Blutergebnis noch abwarten, aber eigentlich war dies schon unverantwortlich. Falko hat von Samstag an das Futter ganz verweigert, und das letzte Mal getrunken hat er am Sonntag. Er ist das ganze Wochenende nicht aufgestanden. Er hat sich nicht ein einziges Mal gelöst. Den einzigen Weg den er noch gemacht hat, war abends ins Schlafzimmer und morgens wieder ins Wohnzimmer. Im Wohnzimmer hat er dann den ganzen Tag bewegungslos im Korb gelegen. Es tat sooo weh ihn so zu sehen. Unser starker Power-Rüde ohne Kraft und Elan, und wir konnten absolut gar nichts tun. Es war einfach ganz furchtbar! Dieser Schmerz ist unbeschreiblich. 

Als dann am Montag der Anruf aus der Klinik kam und wir wieder keinen Befund hatten, musste unweigerlich der Entschluss folgen, dass wir ihn gehen lassen müssen. 

Natürlich hatten wir über diese Möglichkeit das ganze Wochenende nachgedacht. Falko hatte sich offensichtlich aufgegeben, und wir konnten ihn unmöglich noch länger leiden lassen. Es letztendlich auszusprechen und diesen einen, allerletzten Arzttermin zu vereinbaren zerreißt einem das Herz. Auch heute, viele Jahre später, fühle ich noch genau den gleichen Schmerz wie damals, wenn ich an diese Situation denke. 

Auch wenn ich vom Kopf sicher bin, das es richtig war, mein Herz sagt etwas ganz anders. Vielleicht liegt es daran, dass wir keine Diagnose hatten, oder weil es unserer erster Hund war. Wir waren und sind unendlich traurig, dass diese wunderbare Fellnase schon so früh gehen musste. 

Er selber wusste es schon lange, da bin ich mir sicher. Wir hatten den Termin für den nächsten Vormittag bei uns Zuhause vereinbart. Obwohl er schon tagelang nicht mehr draußen war, ist er an diesem Morgen wie selbstverständlich in den Garten gegangen und hat sich gelöst. Danach hat er sich auf die Terrasse in die Herbstsonne gelegt und gewartet bis der Tierarzt da war. Er ist zwar nicht mehr aufgestanden, aber wie immer hat er ihn auch an diesem Tag mit einem Rutenwedler begrüßt. Was für ein groteskes Bild! 

Er war ganz entspannt und ist voller Vertrauen und ganz ruhig über die Regenbogenbrücke auf die Sternchenwiese gegangen. 

Wir wünschen uns sehr, dass wir uns dort eines Tages wieder sehen!
 
Krümel, DU hast uns all die Jahre sooo viel gegeben.
 DU warst ein treuer Begleiter, wunderbar ehrlich, aufrichtig und liebevoll
!
 

Durch DICH nimmt das Thema Hund, vor allem in meinem Leben, einen großen Teil ein, und darüber sind wir sehr froh. DIR haben wir unsere Liebe zu Hunden und vor allem zu Bernern zu verdanken, dafür wirst DU immer einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen haben. 

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