Dies ist die Geschichte von Cleo,
der liebsten, schönsten und klügsten Hündin der Welt:
Als Alani bei uns eingezogen ist habe ich mich bei ihrer Züchterin direkt wieder auf die Warteliste für eine Hündin setzen lassen. Uns hat das mit Daris und Mila, ebenso wie mit den Vorgänger"paaren" total gut gefallen, dass die Hunde vom Alter her sehr eng beieinander waren. Sie waren außergewöhnlich innig miteinander, das wollten wir für Alani und ihre zukünftige Freundin auch gerne wieder so haben. Da man natürlich nie weiß was die Natur für Wege geht, war es super spannend wann es klappt und wann somit klein Cleo bei uns Einzug halten wird.
Es ging dann tatsächlich super fix. Alani war gerade aus dem Gröbsten raus, da hat sich klein Cleo auch schon angekündigt. Ich habe mir wieder (wie bei Daris und Alani auch) direkt nach den ersten Fotos den Hund aus dem Wurf ausgesucht, der von der Zeichnung her total herausgestochen hat. Bei Daris war es der hohe Weißanteil im Gesicht, bei Alani war es der fast gar nicht vorhandene Weißanteil im Gesicht und bei Cleo waren es die mega dicken weißen Pfoten. Das fand ich schon sehr genial. Auch die folgenden Fotos und der erste Besuch in der 4. Woche haben es bestätigt...
Sie ist genau die richtige.
Ähnlich wie bei Alani (und damals ja auch bei Daris) war auch ihre Übernahme überschattet. Kurz nach ihrer Geburt war klar, dass wir Daris sehr bald verlieren werden. Was für ein Gefühlschaos... Ich war sooo glücklich, dass sie auf der Welt ist und in unser Rudel kommt und dann das... Zum dritten Mal eine Art Wettlauf mit der Zeit. Wird sie ihn noch kennenlernen? Wird er noch etwas von seinem unglaublich lieben Gemüt an sie weitergeben können? Werde ich ihr emotional gerecht, obwohl ich natürlich in großer Sorge um mein Seelenbärchen bin? Schaffe ich den Spagat den einen Hund ins Leben zu begleiten und den anderen aus dem Leben heraus? Wenn ich jetzt, gut ein Jahr später, so darüber nachdenke... Es war schon wirklich nicht einfach für uns alle, aber es war für mich überhaupt keine einzige Sekunde eine Option sie nicht zu nehmen und das war gut und richtig so!!
Klein Cleo ist dann Ende Januar 2023 bei uns eingezogen und mit ihr eine dicke Portion Glück. Sie war so unglaublich süß und herzig. Alleine die Fahrt zu uns war schon der Hit. Dieter hatte sie auf dem Arm, sie hat so lange gewühlt bis sie eine (für sich, nicht für Dieter *lach) bequeme Position gefunden hatte und dann hat sie die fast 2 Std. Fahrt einfach verschlafen. Sehr sehr genügsam die kleine Lady. Hier Zuhause angekommen war sie auch sofort DA. Wir haben sie nacheinander mit allen Hunden bekannt gemacht, sie hat sich direkt an Alani drangebackt, und von dem Moment an sind sie nun als Doppeltes Lottchen hier unterwegs. Super schön und genauso wie wir uns das gewünscht hatten. Auch mit den anderen Hunden war es sofort sehr entspannt und harmonisch.
Tagsüber hatten wir direkt einen tollen Rhythmus, sie war weitgehend "sauber" und sie war seeeehr kuschelig. Was nicht ganz so nach Plan verlaufen ist waren die Nächte. Eigentlich sollte sie neben meinem Bett schlafen oder alternativ auch in meinem Bett. So wäre sie nah bei mir gewesen und ich hätte sicher mitbekommen wenn sie nachts raus muss. Das hat Cleo sich aber anders vorgestellt. Vor meinem Bett liegt eine große Kudde. Das war immer Daris Schlafplatz und das sollte auch definitiv so bleiben. Ich wollte auf keinen Fall, dass sie ihn auf seine letzten Tage hier von seinem Platz "vertreibt". Vertreiben ist nicht das richtige Wort. Sie hätte dort gerne mit ihm zusammen drin gelegen. Das wollte er aber nicht. Somit ist er dann gewichen wenn sie sich zu ihm gelegt hat. Das hat mir wirklich doll Stress gemacht. Vermutlich war es für ihn völlig ok, für mich aber eben nicht. Es hat sich einfach nicht richtig angefühlt, dass sie seinen Liegeplatz einnimmt obwohl er ja noch da ist. Ganz schwierig für mich. 2 Wochen habe ich mich mit allem was ich hatte dagegen "gewehrt", aber irgendwann musste ich auch unbedingt mal ein paar Stunden am Stück schlafen und somit habe ich sie gewähren und die beiden das unter sich regeln lassen. Von diesem Tag an war nachts Ruhe. Daris hat im Flur geschlafen und Cleo hat zwar alleine aber ganz ruhig in der Kudde geschlafen. Sie ist auch nachts nicht durchs Haus gewandert und es gab auch keine Pfützen etc. im Haus. Das hat alles wunderbar funktioniert. Das sollte dann wohl so sein.
In ihrer dritten Woche bei uns hat uns dann unser Bärchen Daris verlassen. Manchmal wünsche ich mir, dass man unseren Hunden Fragen stellen kann. In diesem Fall z.B. ob sie dies schon wusste, oder ob er ihr etwas mit auf den Weg gegeben hat. Entweder war sie noch so klein, dass sie das gar nicht wirklich verstanden hat was hier passiert ist, oder sie wusste es schon, weil er sie darauf vorbereitet hatte? Sie war jedenfalls super "gefasst" und augenscheinlich unbeeindruckt von dem Geschehen hier, und sie macht seit diesem Tag einiges was auch er immer gemacht hat, z.B. läuft sie auf den Hinterbeinen immer ein paar Schritte rückwärts wie ein Tanzbär wenn ich mit dem Futternapf komme. Sie hat auch sofort seinen Futterplatz eingenommen. Das sind hier täglich meine Gänsehautmomente! Und was ich auch ganz seltsam finde... Alani hat bis zu diesem Tag immer bei mir im Bett geschlafen. Diesen Platz hat dann sofort Cleo eingenommen und zwar nicht irgendwo, sondern direkt neben meinem Kissen. So schläft sie nun jeden Abend eng an mich gekuschelt ein. Noch mehr Nähe geben geht irgendwie nicht, und das wo es ihr doch so unglaublich wichtig war in der Kudde zu schlafen. Sie hat sofort geblickt, dass für mich gerade ein Stück weit meine kleine Welt zusammengebrochen ist, und das ich das gut so gebrauchen kann.
Tja und nun hieß es für uns alle... aufstehen, Krone richten und weitermachen...
Ein klein wenig ist das Gefühl da, dass ein Teil von Daris in ihr weiterlebt. Sie ist ganz anders und trotzdem irgendwie auch nicht. Ich kann es nicht beschreiben. Auf jeden Fall hat der kleine Cleo-Hase es mir sehr leicht gemacht nicht in tiefer Trauer zu versinken. Sie ist so ein unglaublich fröhlicher Hund, der toll in der Gruppe zurecht kommt und alle um die dicken Pfoten wickelt. Sie war/ist sehr leichtführig und war super fix in der Spur. Das einzige was ein wenig anstrengend war... Ihr Tempo... Gemütlich durch den Wald schlendern ist nicht so ihr Ding. Sie ist immer fix im Trab unterwegs, also das genaue Gegenteil von Alani. Schnüffeln braucht sie nicht, sie möchte Meter machen. Die beiden da unter einen Hut zu bringen war schon eine echte Herausforderung, an der wir zeitweise immer noch ein wenig rumbasteln. Und was auch schwierig war für mich... Alani braucht schon eine sehr klare Ansprache von mir, gerne auch mit Nachdruck, damit sie meine Ansagen ernst nimmt und ihnen nachkommt. Cleo ist da sehr viel empfindsamer und fühlt sich schnell unter Druck und vor allem auch angesprochen, auch wenn ich sie gar nicht meine, folglich nicht ihren Namen sage und sie auch nicht anschaue. Das hat ein Weilchen gedauert, bis sie das geblickt hat. Nun ist gerade Brut- und Setzzeit und ich bin mit den 3 Mädels an der Leine unterwegs und Cleo macht das ganz toll! Sie "rennt" nicht mehr einfach nur vor sich hin, sondern achtet auf uns und wir 4 Mädels haben einen guten "Tritt" für uns gefunden.
Als wir letztes Jahr unseren Van bekommen haben, bin ich natürlich auch ein Wochenende mit Cleo los. Im September haben wir uns 2 schöne Tage in der Lüneburger Heide gegönnt. Unter anderem waren wir im Pietzmoor. Dort geht ein mehrere KM langer Holzsteg durch das Moor. Die Bohlen sind wohl gut einen Meter breit, also eher schmal, und uns ist alles begegnet was es so gibt. Kleine und große Menschen, kleine und große Hunde, Kinderwagen, Fahrräder etc. Sie hat das alles so was von genial gemeistert obwohl sie noch sooo jung war. Da war ich echt richtig stolz auf sie! Auch die Nacht im Van, die hat sie total gelassen hingenommen, als würden wir nie etwas anders machen. Total genügsam und voll schön!
Im Oktober war ich dann mit ihr und Alani ein paar Tage an der Ostsee in Kellenhusen. Hier hatten wir eine Ferienwohnung. Auch das war für Cleo alles völlig easy. Die Tage dort mit den beiden Mädels waren super schön. Sie machen beide alles mit, hauptsache ich bin da. Promenade rauf und runter flanieren, Hundebegegnungen am Strand, gemütlich irgendwo einkehren und eine Pause machen, Fish & Chips teilen *lach, sie nehmen es wie es ist. Das einzige was uns diese tollen Tage ein wenig getrübt hat war, dass Cleo eine fette Blasenentzündung hatte. Das arme Ding musste andauernd pieseln und zum Doc bin ich mit ihr dort auch gegangen. Im Mai 2023 hatte sie damit schon mal zu tun, aber wir dachten eigentlich, dass das völlig wieder ok ist. Leider hat sich dann hier Zuhause bei unserem Doc beim Sono rausgestellt, dass sich über die letzten Wochen weiter Struvit angesammelt hatte. Diese waren schon zu 3 fetten Steinen geformt. Richtig richtig übel!! Schon komisch, dass sie die ganze Zeit augenscheinlich gar keine Probleme hatte. Nun denn... Es folgte ein paar Wochen Antibiotikum und eine OP wo die Steine entfernt wurden. So jung und schon so ein riesen Eingriff mit Bauchschnitt... Das wünscht man sich nicht für seinen Hund! Aber sie hat das ganz wunderbar gemeistert. Die Narkose und auch die OP selber sind super verlaufen, alles ist toll hinterher verheilt und sie geht nach wie vor auch noch gerne zum Doc, was mich wirklich total freut. Und ihre Krankenversicherung hats anstandslos bezahlt :-) . Bei der Gelegenheit haben wir sie direkt durchröntgen lassen (wir hatten vom SSV die Genehmigung 3 Wochen eher als üblich röntgen zu lassen), und das Gutachten hat super Ergebnisse gebracht. Immerhin :-) .
Der Rest von ihrem ersten Jahr bei uns ist dann ganz entspannt verlaufen. Über den Winter ist hier viel Ruhe eingekehrt. Mit Alani und ihr lief es nun so gut, dass ich auch Mila immer öfter mit auf unsere Spaziergänge mitgenommen habe und auch das klappt ganz wunderbar. Den Verlust von Raya hat sie gut weggesteckt. Als die Regenzeit (es hat tatsächlich gefühlt von November 2023 bis März 2024 durgängig geregnet) endlich vorbei war habe ich angefangen mit ihr zu trailen. Ich mache das ja schon viele Jahre und habe das auch selber lange Zeit für meine Kunden angeboten, somit ist es natürlich nicht so einfach einen passenden Trainer zu finden. Mir war aber vor allem beim Antrailen total wichtig, dass ich eben nicht weiß wo wir hin müssen, damit ich lerne sie gut zu lesen. Sie macht das hammemäßig gut und geht ab wie "Schmidts Katze". Ich hab da echt Mühe sie in einer guten Geschwindigkeit zu halten. Da ist ganz viel Potenzial in ihr und ich bin gespannt wie sie sich hier weiterentwickelt.
Das erste Mal läufig wurde sie dann im März 2024 mit fast 15 Monaten. Ganz schön spät dran die Mausi, aber macht nix. Es war eine völlig unspektakuläre Zeit. Sie war super sauber, nicht zickig oder sonst wie anders. Jetzt hoffen wir, dass auch die Scheinmutterschaftszeit ganz easy verläuft.
Stand: 24.04.2024
... Fortsetzung folgt...