Dies ist die Geschichte von Tyla,
dem liebsten, schönsten und klügsten Hund der Welt:
Unsere kleine Tyla ist unter recht traurigen Umständen bei uns eingezogen. Nachdem wir Falko Anfang September 2005 gehen lassen mussten, wollten wir so schnell wie möglich wieder einen zweiten Hund zu uns nehmen, da Kenya sehr gelitten hat, wenn sie alleine war. Somit haben wir schon nach 4 Wochen angefangen uns nach einem Welpen umzusehen. Wir hatten beschlossen, dass es ein Mädchen sein soll, da die Paarhaltung doch manchmal ein wenig problematisch war. In Neustadt am Rübenberge sind wir Mitte Oktober fündig geworden.
Als Tyla 4 Wochen alt war, haben wir sie das erste Mal besucht. Sie kommt aus einem 9er Wurf. Die Welpen waren alle sehr niedlich, aber für uns – vielmehr für mich – war sofort klar, dass SIE es sein wird. Mein Mann wollte lieber eine andere Hündin, aber da ich mich doch überwiegend um die Hunde kümmere, hab ich, was diese Entscheidung angeht, ein unüberstimmbares Veto. Somit wurde Tyla sehr schnell adoptiert.
Ende der 6. Woche haben wir sie zum zweiten Mal besucht, und sie war ein Traum von Hund. Sooo süß, sehr zurückhaltend und kuschelig, einfach super. Alle anderen waren grob, haben getobt und gekämpft, und sie hat brav bei uns gesessen. Wie ein kleines Engelchen… Es kam natürlich ganz anders, aber dazu später mehr. Wir wollten eine Freundin für Kenya und nicht so eine wilde Maus, die unserer schon 7jährigen Berner-Dame das Leben schwer macht. Es schien so, als könnte dies klappen.
Wir haben uns sehr auf den Tag der Abholung gefreut. Leider war die Autofahrt wohl die schlimmste, die wir je mitgemacht haben. Tylas Unruhe war dabei nur ein kleiner Faktor, das Wetter der größere. Über Nacht gab es Blitzeis und morgens dann Regen und Schnee dazu. Wir haben ernsthaft überlegt, ob wir uns wirklich auf den Weg machen sollen. Zum Glück sind wir gefahren, denn die Tage darauf wurde alles nur noch schlimmer. Also sind wir auf z. T. mehreren cm dickem Eis durchs Land geschlittert. Das dann auf dem Rückweg auch noch klein Tyla ihren Unmut in lautem Gejodel von sich gegeben hat, haben wir kaum wahrgenommen, so angespannt waren wir.
Endlich heile Zuhause angekommen, haben die beiden Mädels sich beschnüffelt, dann ist jeder seiner Wege gegangen. Es kam weder große Freude noch Missstimmung auf. Sie sind sich sehr neutral begegnet. Tyla war, glaube ich, ein wenig enttäuscht, dass Kenya nicht gleich mit ihr gespielt hat, aber sie war von dem Umzug und den ersten neuen Eindrücken sicher überwältigt und konnte ganz gut damit leben.
Tylas Glück war, dass wir in den folgenden Wochen oft schönes Winterwetter mit – für unsere Flachlandverhältnisse – viel Schnee hatten, denn dann kommt Kenya tatsächlich in Spiellaune, auch wenn sie das sonst nicht wirklich haben muss. So haben die beiden tatsächlich oft draußen im Schnee getobt. Ansonsten war Tyla leider auf sich alleine gestellt, da Kenya sich sehr zurückgezogen hat als Tyla bei uns eingezogen ist.
Auch die Beziehung zu uns, oder viel mehr zu mir, war ein wenig „seltsam“. Ich hatte mich so auf die kleine Maus gefreut, und sie war auch wirklich sooo niedlich, aber in meinem Herzen war noch kein richtiger Platz für sie, da ich noch voller Trauer war. Ich hatte mir wirklich alles ein wenig einfacher vorgestellt! Tyla hat das natürlich gespürt, und wir beide haben es sehr schwer gehabt einen „Draht“ zueinander zu finden. Wenn ich ehrlich bin, hat es 3 Jahre gedauert, eigentlich bis Aimee bei uns eingezogen ist. Seit dem mache ich regelmäßig Alleingänge mit Tyla, und erst seit sie bewusst diese alleinige Aufmerksamkeit von mir bekommt, verstehen wir uns blendend. Sie ist förmlich aufgeblüht. Endlich gibt es eine tiefe innige Verbindung zwischen uns. Es tut mir sehr Leid, dass ich meiner „kleinen Freundin“ nicht von Anfang an die Aufmerksamkeit geschenkt habe, die sie gebraucht hätte.
Tyla war die ersten Wochen eine richtige Krawalltüte. Sie war ein Welpe, der immer 3 Mal nachgefragt hat, ob man wirklich meint was man zu ihr sagt. Also nicht unbedingt eine typische Hündin. Entsprechend hatte sie sehr schnell ihren Spitznamen „Lümmel“ weg. Wo sie gerade nicht in Sichtweite war, hat sie Blödsinn gemacht. Sie war voll Power, und das ist heute noch so. Sie ist der Typ Schäferhund unter den Bernern. Eine drahtige Sportskanone.
Sie hatte großen Spaß wenn man mit ihr gespielt hat, zum laufen hatte sie weniger Lust. An der Leine gehen war entsprechend. Entweder ist sie gar nicht gegangen, oder sie hat gezerrt. Auch heute, 3 Jahre später, arbeiten wir immer noch daran, dass sie dauerhaft mit durchhängender Leine mitgeht. Jeder hat eben seine Macke. An der Leine ziehen ist ihre.
Mit der Stubenreinheit hatte sie so gar nix am Hut. Noch nach Monaten hat sie uns stumpf einen Haufen ins Haus gemacht, wenn ihr danach war. Das hat sie nicht sonderlich eng gesehen. Heute denke ich, dass es vielleicht ihr Protest war, weil ich mich nicht so intensiv um sie gekümmert habe, wie ich es hätte tun können. Aber wahrscheinlich ist das - sehr menschlich betrachtet - mein eigenes schlechtes Gewissen. Durchgeschlafen hat sie übrigens sehr schnell, vielleicht auch deshalb meine Gedanken über ihre kleinen Rachefeldzüge.
Ab dem 3. Monat habe ich sie ganz regelmäßig mit zu Antalya genommen. Das war für sie immer ein großes Abenteuer, da dort immer andere Hunde zum spielen waren. Sie war dort ganz in ihrem Element.
Schon ab dem 5. Monat hat sie angeschlagen, wenn sie etwas gehört hat, was ihrer Meinung nach gemeldet werden musste. Den anderen musste ich das Bellen mühsam beibringen, bei Tyla ging das ganz von alleine. Im Gegenteil, wir haben daran arbeiten müssen, das sie damit auch irgendwann wieder aufhören muss.
Da sie in der Badewanne so gerne mit Wasser geplanscht hat, sind wir, als es ein wenig wärmer geworden war, an einen See gefahren. Dort gibt es eine kleine Landzunge, und die kann man schön nutzen, um den Hund ins Wasser zu locken, wenn einer von uns auf der einen Seite und der andere auf der anderen Seite steht. Ich habe keine Ahnung, wie oft sie von einem zum anderen gelaufen ist, aber ins Wasser wollte sie seltsamer Weise nicht. Bis dann ein Wasserhuhn spontan aufgetaucht ist, da hat sie sofort vergessen, dass sie eigentlich nicht schwimmen wollte. Sie ist mit Anlauf rein gesprungen und sofort losgepaddelt. Eigentlich ein super Talent, nur das Enten jagen nicht das war, was wir ursprünglich üben wollten. Sie war dann aber wohl von ihrem Mut so überwältigt, dass sie nicht noch einmal ins Wasser gegangen ist.
Leider hat sie nicht nur im Wasser vergnügen daran Tieren hinterher zu rennen – oder zu schwimmen. Wir müssen schon sehr darauf achten, dass sie dies nicht zu ihrem Hobby macht. Ihr Jagdtrieb ist für einen Berner ungewöhnlich ausgeprägt. Aber mittlerweile haben wir das ganz gut unter Kontrolle.
Nach dem Schwimmvergnügen im See hat sie prompt Durchfall bekommen, und wir haben es erst auf das ungewohnte Wasser geschoben. Leider gab es dafür ganz andere Gründe, aber bis wir dahinter gekommen sind, war es ein längerer Weg.
Zuerst ist sie, wie bei einem Infekt üblich, behandelt worden. Der Durchfall ist auch erst verschwunden, aber danach hat ein schleichender Prozess eingesetzt. Es war nie mehr akut, aber immer mal mehr mal weniger weicher Output. Entsprechend hat sie immer mal mehr mal weniger vernünftiges Futter bekommen, da ich ihr normales Futter sofort abgesetzt habe, wenn es wieder schlimmer geworden ist.
Wir haben dann alle möglichen Untersuchungen gemacht, nur auf das Naheliegendste sind wir erst nicht gekommen, da sie noch so jung war. Der Auslöser waren die Analdrüsen, die anatomisch so ungünstig angelegt waren, das sie nie korrekt funktioniert haben und auch zukünftig nicht funktioniert hätten. Also haben wir beschlossen, dass diese entfernt werden müssen. Da es gerade sehr heiß war, mussten wir Tyla noch ein paar Wochen hinhalten, denn wir wollten diesem jungen Hund nicht in größter Hitze eine Narkose zumuten. Dies wäre für den kleinen Organismus evtl. zu belastend gewesen.
Anfang August wurde es dann endlich ein wenig kühler und Tyla sind die Analdrüsen entfernt worden. Alles ist gut gelaufen. Bis auf die tierrechtsverletzende Rasur, die sie über sich ergehen lassen musste (ihre Hosen wurden krumm und schief wegrasiert), waren wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Bis heute hat sie nie wieder Durchfall gehabt. Der Eingriff war also ganz sicher nötig und richtig.
Anfang September, als alles gut verheilt war, bin ich mit ihr in die Hundeschule gegangen. Grundsätzlich hat sie alles sehr gut gemacht. Eben auf ihre Art. Da sie ja nun mal zum Lümmel auserkoren war, hat sie sich auch so dargestellt. Sie hat alles so gemacht, dass man es gerade akzeptieren kann. Nicht mehr und nicht weniger. Und das mit einem Lächeln im Gesicht, so nach dem Motto, ich kann das alles, aber ich will nicht wirklich. Trotzdem hatten wir viel Spaß in der Hundeschule mit ihr, und wir haben sie in dieser Zeit gut über den ersten Pupertätsschub gebracht.
Tyla gehörte zu den Wandzerstörern. Das hatte sie mit Kenya gemeinsam. Sie hat uns jeden Tag ein Pfund Putz von den Wänden gefressen. Krümel haben wir nur wenige gefunden, also muss es ziemlich gut geschmeckt haben.
Anfang Oktober ist Tyla, fast genau mit 12 Monaten, läufig geworden. Sie war schon sehr arg. Von Reinlichkeit keine Spur. Zum Glück ist bei uns alles gefliest. In einer Wohnung mit Teppich wäre das absolut gar nicht gegangen. Irgendwie passte es aber zu ihr.
Das Gute daran war, dass sie seit der ersten Läufigkeit nichts mehr kaputt gemacht hat. Nicht ihre eigenen Sachen und auch nicht unsere Wände. Mein Mann hat irgendwann alles aufgeputzt, und vorsorglich haben sämtliche Ecken und Pfälze Metallkanten bekommen. Man ist ja lernfähig!!
Mitte November 2006 bin ich dann mit Tyla zum Röntgen gegangen. Das Ergebnis war leider absolut nicht so, wie wir uns das gewünscht haben. Die Elle war prima, aber die Hüfte sah gar nicht gut aus. Das Gutachten hat dann mittlere HD ergeben. Und das, wo sie immer Haken schlagend und wieselflink unterwegs ist. Ich wollte so gerne mit ihr ein wenig Agility machen. Ich denke, sie wäre ideal dafür, aber das konnte ich mir jetzt leider abschminken. Ich habe dann angefangen 100%igen Muschelkalk zu füttern, in der Hoffnung, dass sich die Hüfte noch ein wenig verbessert, da sie ja auch noch im Wachstum war.
Im Sommer 2007 ist Tyla dann das zweite Mal läufig geworden. Dieses Mal war sie erheblich sauberer und eigentlich ist alles viel besser gelaufen als bei der ersten Läufigkeit. Aber leider hat sich nach dieser Zeit eine Gebärmutterentzündung entwickelt, die wir auch mit Medikamenten und größter Mühe nicht zum ausheilen bringen konnten. Somit blieb uns nichts anders übrig, als die Kleine kastrieren zu lassen. Schon wieder eine Narkose und schon wieder musste der schöne Pelz dran glauben… Na, am Bauch hat man es ja nicht ganz so arg gesehen. Die OP ist ohne Komplikationen verlaufen, und sie ist 2 Stunden später entspannt mit mir aus der Klinik gelaufen.
Die Narkose hab ich genutzt um noch einmal ihre Hüfte röntgen zu lassen. Das Ergebnis war super gut! Das Gutachten hat lediglich einen HD-Verdacht ergeben. Ob es nun wirklich am Muschelkalk lag oder nicht, kann natürlich keiner mit Gewissheit sagen, aber ich würde es immer wieder auch über lange Zeit verabreichen. Für mich ist das Ergebnis selbstredend. Wir sind sehr sehr froh, dass wir sie ohne Angst rennen und toben lassen können so viel wie sie möchte.
Nach ihrer OP ist sie alles andere als ruhiger geworden. Im Grunde hat sie sich überhaupt nicht verändert. Sie ist durchgeknallt wie immer und hat viel Blödsinn im Sinn. Sie ist und bleibt ein kleiner Michel Lönneberga. Aber gerade das macht sie so einzigartig, und wir haben unheimlich viel Spaß mit ihr. Wobei wir zu dieser Zeit immer noch nicht grundsätzlich die gleiche Sprache gesprochen haben. An manchen Tagen verstehen wir uns blind, an anderen reden wir ununterbrochen aneinander vorbei. Gerade dieses Auf und Ab war manchmal sehr anstrengend.
Als sich dann im Frühherbst 2007 bei Kenya schwerste Herzrhythmusstörungen eingestellt haben, und sich wirklich wochenlang alles nur noch um Kenya drehte, hat Tyla die Reißleine gezogen. Sie wurde immer unwilliger und hat nur noch gemacht was sie wollte. Unterwegs hat sie angefangen alles zu fressen was sie nur finden konnte. Je ekliger wir es fanden, desto besser fand Tyla es. Sie hat uns schon sehr deutlich gezeigt, dass sie nicht mehr gewillt ist sich unsere extreme Fürsorge für Kenya untätig anzusehen. Aber wir konnten auch nicht aus unserer Haut, und somit haben wir uns aneinander gerieben, eine ganze Weile lang. Mit der Zeit hat sich alles ein wenig normalisiert, aber der Durchbruch kam dann wirklich erst als Aimee bei uns eingezogen ist.
Ich hatte erst befürchtet, dass es mit Tyla dann noch schlimmer wird, weil sie nun auch noch auf den Welpen eifersüchtig ist, aber es kam ganz anders. Sie fand den Einzug von Aimee total klasse. Endlich ein Hund im Haus, der ohne Ende spielen wollte. Das war genau nach Tylas Mütze. Und ich habe angefangen mit allen Hunden auch einzeln etwas zu unternehmen. Jetzt war ja kein Hund mehr alleine Zuhause, wenn ich nur einen mitgenommen habe. Das finden alle prima.
Diese Zeiten nur für uns, genießen wir sehr. Ich mindestens so sehr wie sie. Wir beide haben endlich eine feine Verbindung aufgenommen, und sie ist ein ganz anderer Hund, wenn ich mit ihr alleine unterwegs bin. Sie wächst dann förmlich über sich hinaus. Dann muss sie nicht den Rudel-Lümmel mimen, dann ist sie eine stolze Bernerin. Sie macht mir jetzt soooo viel Spaß, und das merkt sie glaube ich auch. Ich bin so froh, dass wir uns endlich gefunden haben. Komisch, jetzt reagiert sie auch auf leiseste Zeichen, als wäre es nie anders gewesen. Endlich hat sie einen festen Platz in mir und bei mir, und darüber freuen wir uns, glaube ich, beide.
Natürlich hat sie immer noch viel Blödsinn im Sinn. Jeder ist so wie er ist, aber mittlerweile amüsieren wir uns nur noch darüber. Es gehört zu ihr, dieser verschmitze Blick kurz bevor sie losrennt, um sich im Misthaufen nach Essbarem umzusehen, oder der Hofkatze das Futter zu stehlen. Sie hat aber auch eine sehr anschmiegsame Seite, und darum gehört es genauso zu ihr, sich abends bei mir auf's Sofa zu kuscheln.
Da sie der erste Hund der Generation „nach Falko“ ist, darf sie aufs Sofa. Überhaupt dürfen die Hunde jetzt viel mehr bei uns. Ein Hundeleben ist einfach viel zu kurz, um auf solche Kuschelstunden zu verzichten!!
Tyla versteht sich mittlerweile auch super mit Kenya. Mit den Jahren sucht Kenya sogar ab und an Tylas Nähe. Es ist sehr rührend, wenn die beiden ganz eng beieinander liegen.
(Stand 06.09.2008)
Es ist schon fast wieder ein Jahr vergangen und unsere süße Tyla hat sich immer super weiter entwickelt. Sie hat sich zu einem absoluten Traumhund entwickelt. Ich könnte sie den ganzen Tag knutschen und mit ihr toben, oder sie einfach nur beobachten. Sie ist immer noch ein Lümmel, aber auf eine ganz ganz liebe Art und Weise.
Sie hat immer mal wieder einen ganz tollen Job. Ich habe eine Bekannte, die Hunde und ihre Menschen trainiert, und wenn sie hündische Hilfe braucht bei einer Übungsstunde, dann kommt Tyla zum Zug. Sie macht das ganz toll und man kann sehen, wie sehr sie Spaß daran hat im Mittelpunkt zu stehen und zu helfen. Hunde, die nicht auf Zuruf zurück kommen, "sammelt" sie vom Feld oder bei Hunden, die Angst haben, geht sie einfach nur behutsam mit ihnen ein Stück, oder wenn Hunde zu stürmisch sind maßregelt sie auch schon einmal. Es ist wirklich ganz großes Kino, sie so im "Einsatz" zu sehen. Nie hätte ich es zu unserer Anfangszeit für möglich gehalten, dass sie einmal so klasse mit mir zusammen arbeiten würde. Wenn ich an meine Tyla denke, dann läuft mir das Herz über!!
Auch unseren ersten Pflegi hat sie mit unglaublicher Ruhe aufgenommen. Keine Spur von Eifersucht. Im Gegenteil, mit Hardy war sie sich sofort einig, und die beiden lieben sich sehr. Auch als jetzt der zweite Pflegi bei uns eingezogen ist, hat sie es als gegeben hingenommen. Sie spielt fantastisch mit ihm und sie ist einfach entspannt und ausgeglichen. Ich glaube was auch immer hier passieren würde, sie würde mit uns an einem Strang ziehen.
Süße Lümmeline, bleib schön gesund!! Wir erfreuen uns jeden Tag ganz dolle daran, dass du bei uns bist!!
(Stand 06.07.2009)
Unsere süße Tyla ist in dem letzten halben Jahr wirklich seeeehr "reif" geworden. Sowohl äußerlich als auch innerlich. Sie ist eine wahre Freundin und Gefährtin! Natürlich kann sie nach wie vor nicht verleugnen das sie ein Lümmel ist, aber wenn es drauf ankommt hört sie IMMER sofort und ist mit Abstand am schnellsten bei mir zur Stelle. Sie möchte immer gefallen, und sie macht uns unglaublich viel Spaß. Als unsere kleine Vermehrer-Pflegiline hier eingezogen ist, war ich ganz besonders überrascht und erfreut. Tyla hat sofort, und ganz ohne Murren, ihren Lieblingsplatz unter meinem Schreibtisch geräumt, damit unser Pflegi sich entspannt zurückziehen konnte. DAS war ganz großes Kino. Auch mit dieser Hündin gab es niemals Streit oder Zank. Sie verhält sich immer sehr sozial allen anderen Lebewesen gegenüber.
Bis auf einen schlimmen Zwingerhusten über 2 Wochen ist sie sehr robust und gesund, und wir hoffen, dass wir wieder ein ganz tolles gemeinsames Jahr mit ihr vor uns haben!
(Stand 04.01.2010)
Wir haben wieder ein sehr aufregendes Jahr hinter uns. Tyla ist für mich hier sehr sehr wichtig. Auf sie kann ich mich immer verlassen, und sie ist eine wahre Freundin für mich.
Als wir im Herbst unsere Kenya verloren haben, ist hier alles ein wenig aus dem Ruder gelaufen. Auch Tyla hat sehr unter dem Verlust gelitten, und das ganz Rudel wirkte sehr hilflos. Kenya hat das Rudel bis zum letzten Tag "geführt" und diesem Halt gegeben, nun war sie nicht mehr da, unser Fels in der Brandung. Da die anderen Hunde im Rudel alle keine wahren Führungsqualitäten haben, waren alle sehr verunsichert, auch Tyla. Ich habe versucht ihr so gut es geht zu helfen, aber ich fürchte, sie schafft es nicht die Führung innerhalb des Rudels zu übernehmen, auch wenn sie mittlerweile eine sehr entspannte und ausgeglichene Hündin geworden ist, die sich sehr an mir orientiert. Ein Rest Unsicherheit ist leider immer in ihr geblieben. Aber das macht alles gar nichts. Trotzdem liebe ich sie über alles, die kleine Lümmeline.
Sie hat sich über das Jahr schön weiterentwickelt und ist für ihre Verhältnisse sehr ruhig geworden. Sie kann zwar immer noch extrem aufdrehen, aber ihre Streiche werden seltener. Auch ein Michel wird also einmal erwachsen *lach.
Leider quält sie sich seit dem Herbst mit der Borreliose rum. Der Titer ist zwar sehr niedrig, aber die Borrelien haben sich an die Nerven gesetzt und ärgern sie arg, wenn es kalt und feucht draußen ist. Über den Tag kommt sie noch richtig gut klar, aber länger im kalten Auto sitzen ist für sie Gift. Und sie hat auch große Probleme, wenn sie arg viel getobt hat und dann abends zur Ruhe kommt. Will sie dann nach einem schönen Schläfchen aufstehen, sieht das schon ganz schön schlimm aus. Gerade für diesen besonders agilen Hund ist das natürlich ganz ganz schrecklich, aber man kann nicht wirklich etwas tun. Wir packen sie so warm ein wie möglich, und wir achten darauf, dass sie nicht nass wird. Wir hoffen sehr, dass es über die warme Jahreszeit wieder deutlich besser wird, wenn nicht, dann müssen wir uns für die Zukunft etwas Schlaues einfallen lassen, denn so kann sie nun nicht Jahre lang weitermachen.
Ansonsten ist sie aber quietsch fidel und macht uns unglaublich viel Spaß. Sie hat einen weiteren Pflegi locker weggesteckt, und auch der Einzug von klein Raya hat sie wenig beeindruckt. Die ersten 2 Wochen hat sie sich vornehm zurück gezogen, und jetzt fängt sie an ganz langsam Kontakt aufzubauen und ab und an spielt sie auch mit der Lütten. Raya ist ihr schon fast zu stürmisch, aber sie ist sehr lieb mit ihr. Die beiden Mädchen haben sehr viel gemeinsam, und ich denke, sie werden genau so gute Freunde werden, wie es zwischen Kenya und Tyla der Fall war.
Es war für uns alle ein sehr aufregendes Jahr und wir hoffen, dass das nächste bissi ruhiger und entspannter wird, so dass wir alle mal eine Weile verschnaufen und durchatmen können. Auf jeden Fall freuen wir uns seit Jahren das erste mal auf die warme Jahreszeit.
(Stand 31.12.2010)
Da unsere kleine Tyla immer wieder Beschwerden hatte, habe ich sie noch mal komplett durchchecken lassen. Wir haben noch einmal auf Borrellien gestestet. Der Titer war zu niedrig für ihre Beschwerden. Der erste Anaplasmosetest war positiv, der zweite negativ. Also war auch hier das Ergebnis nicht passend zu ihrem Erscheinungsbild. Somit war klar, dass wir doch noch einmal das Gebäude genau untersuchen mussten. Dass sie Schmerzen hat war ganz offensichtlich. Tagsüber konnte man dies so gut wie nie sehen, erst abends, nach dem ersten Nickerchen auf dem Sofa, hat sie undefiniert gelahmt. Bei einer Ganganalyse bei unserem Haustierarzt konnten wir es auch nicht mit Bestimmtheit feststellen. Tyla hat am ehesten beim Check der Knie reagiert, aber ich fand das nicht plausibel. Also bin ich mit ihr zum CT gegangen.
Dieses CT hat uns zwar Klarheit gebracht, aber es war für Tyla auch ein ganz ganz schlimmer Tag. Wir haben in erreichbarer Entfernung ein Diagnostikcentrum der Humanmedizin mit CT und MRT der neuesten Generation, welches sich mit einem Veterinärmediziner zusammengeschlossen hat. Eigentlich eine ganz tolle Sache. Auf diesem Wege können auch Tiere von diesen tollen Geräten "profitieren", und die Geräte werden so gut es irgend geht genutzt. Leider ist der Veterinärmediziner, der die Anästhesie macht, derart fern von Gut und Böse, dass meine kleine Freundin dort ein regelrechtes Trauma erlebt hat.
Sie hat grundsätzlich große Angst beim Tierarzt, und ich hatte extra darauf hingewiesen, dass ich deswegen KEINE Kurzzeitnarkose für sie möchte, da sie durch die große Angst sehr schwer zu sedieren ist und mit einer Kurzzeitnarkose keineswegs ruhiggestellt ist. Natürlich gibt es Ärzte, die grundsätzlich der Meinung sind, dass Tierhalter von der Materie keine Ahnung haben. Sie stellen sich über die Dinge, und obwohl wir die zahlende Kundschaft sind, werden unsere Wünsche und Bedenken abgeschüttelt wie lästige Fliegen. So kam es wie es kommen musste... Die Ärztin hat Tyla die übliche Kurzzeitnarkose gespritzt, natürlich nachdem ich sie, trotz ihrer großen Angst, auf den Untersuchungstisch hiefen musste (da hätte ich schon mit ihr gehen müssen, aber da dachte ich noch, o.k. tu ich ihr den Gefallen, dann hab ich meine Ruhe, aber weit gefehlt...). Wie von mir vorher gesagt ist Tyla mit unglaublicher Angst in die Sedierung gegangen. Wir haben mutterseelen alleine in einem Wartezimmer gesessen als ihre Angst immer größer wurde. Ich musste dort rumbrüllen wie am Spieß, bis endlich die Ärztin kam und feststellte, dass wohl noch ein wenig nachgespritzt werden müsse. Danach hat sie Tyla dann sehr schnell ins CT geschoben. Ich hatte ausdrücklich gewünscht, dass man sie SOFORT zu mir bringt, wenn das CT abgeschlossen ist. Auch diesem Wunsch von mir wurde nicht entsprochen. Irgendwann kam eine Sprechstundenhilfe und hat mich im Wartezimmer abgeholt. Ich habe meinen völlig verstörten Hund, von oben bis unten voll uriniert, mutterseelenalleine in einer dunkeln Pferdeaufwachbox vorgefunden. Ich war derart schockiert, dass kann ich gar nicht in Worte fassen. Ich war außer mir. Tyla konnte lediglich kreiseln, geradeaus gehen war ihr nicht möglich. Da sie dort aber einfach nur weg wollte, ist sie unaufhörlich neben mir im Kreis gelaufen, so schnell es ihr in ihrem Zustand möglich war. Kein Mensch hat mir geholfen, meinen Hund zum Auto zu bringen, niemand hat ihr was gespritzt, damit sie zur Ruhe kommt. Als ich meinem Unmut der Ärztin gegenüber sehr deutlich Luft gemacht habe, war das Einzige, was sie mir mit einem Lächeln im Gesicht entgegengesetzt hat, dass es doch toll sei, dass Tyla auf eigenen Pfoten zum Auto gehen könne. Von gehen war aber gar keine Rede. Die Ärztin fand das alles ganz prima und hat sich mächtig gefreut, wie toll doch alles gelaufen war. Wahrscheinlich auch darüber, dass ich Depp so viel Kohle dort gelassen habe. Der Hund war ihr ganz offensichtlich absolut egal. Super traurig... Immerhin hatte sie sicher einmal vor, von allen Tieren Leid abzuwenden, so gut es eben geht. Ich denke darum geht es wohl, wenn man Tierarzt wird. Was wohl aus diesem guten Vorsatz geworden ist in all ihren Dienstjahren??? Als ich Tyla dann endlich im Auto hatte, hat sie unaufhörlich versucht mit dem Kopf gegen die Hundegitter zu schlagen, so dass ich mich mit ihr auf engsten Raum gequetscht habe, um sie einigermaßen kontrollieren und schützen zu können. So zusammengekauert haben wir dann mindestens ein Stunde gewartet, bis die Sedierung so weit abgeflutet war, dass ich mit ihr ein klein wenig geradeaus laufen konnte. Wir sind dann zig mal die Straße rauf und runter gelaufen, damit sie so weit klar wurde, dass ich mit ihr bedenkenlos fahren konnte. In der Zeit ist dann irgendwann die Ärztin fröhlich winkend an uns vorbei gefahren. Kein Zeichen von Einsicht, dass sie völlig falsch gelegen hat mit ihrer Einschätzung. Kein Zeichen von Wehmut, wie sehr mein Hund gelitten hat, weil sie ihr Ding durchgezogen hat, gar nichts. Es kam ihr scheinbar auch absolut nicht komisch vor, dass ich eine Stunde nach dem CT immer noch dort war.
Als wir dann endlich wieder zu Hause waren, ist Tyla völlig in sich zusammen gefallen. Von dieser Aktion hatte sie noch Tage lang "Nachwehen", denn sie konnte mehrere Tage ihre Rute nicht tragen (diese hing regungslos runter wie ein Elefantenrüssel, es war schrecklich das mit anzusehen!!) und kaum laufen. Entsprechend vermute ich, dass sie dort vom Tisch gefallen ist. Diese Aktion hat mich viele Nächte um den Schlaf gebracht. Natürlich konnte ich vorher nicht wissen was auf Tyla zukommt, aber ich hatte sie in diese Lage gebracht, und das hat mir einfach unendlich in der Seele weh getan. Natürlich kommen dann dazu noch solche Gedanken, wie sehr man doch den Ärzten ausgeliefert ist etc. Das alles hat mich Wochen lang beschäftigt, aber es war geschehen, und ich konnte es nicht mehr ändern, leider.
Das einzige positive daran war, dass wir ein eindeutiges Ergebnis bekommen haben. Das Ergebnis selber war leider alles andere als positiv. Sie hat einen Bandscheibenvorfall L7/S1. Der absolute Supergau für meine kleine Rakete *heul!!! Ein Bandscheibenvorfall an dieser Stelle wird in der Regel als Cauda Equina bezeichnet. Eine Erkrankung, die früher oder später grundsätzlich zu Lähmungen der Hinterhand führt. Die Aussichten sind also alles andere als rosig. Seit Anfang April haben wir die Diagnose, und seit dem beschäftige ich mich intensiv mit diesem Thema. Die Frage, die ich mir praktisch jede Woche aufs neue stelle ist, ob wir es operieren lassen sollen oder nicht, und wenn ja dann wann. Fragt man einen Chirurgen bekommt man als Antwort, dass unbedingt sofort operiert werden sollte, so lange sie noch so gut dran ist. Fragt man einen "normalen" Veterinär rät jeder (jedenfalls jeder, den ich bis jetzt befragt habe) dazu, so lange zu warten, wie es irgendwie vertretbar ist.
Nun ist es so, dass sie Seit April im Grunde kaum noch Symptome zeigt. Seit dem ist es schön warm draußen, und Wärme tut ihr einfach sehr gut. Wenn sie tagsüber viel gelaufen ist oder viel gespielt hat, dann lahmt sie abends ein wenig nachdem sie aufgestanden ist, aber tagsüber ist sie immer lahmfrei. Somit steht für uns zur Zeit eine OP nicht zur Debatte, aber früher oder später werden wir nicht mehr umhin kommen. Sollte sich ihr Zustand über die kalte Jahreszeit verschlechtern, werden wir mit Physio so gut es geht helfen und hoffen, dass wir sie so noch ein paar Jahre gut am laufen und vor allem so schmerzfrei wie möglich halten können. Wenn man sie sieht, wie sie durch die Gegend springt und flitzt und wie doll sie mit Aimee und Raya spielt, dann kann man kaum glauben, dass sie so einen schlimmen Rücken hat. Ich reglementiere sie absolut nicht. Sie soll toben und rennen so viel sie möchte. Allerdings halte ich doch ganz schön oft die Luft an, wenn es zu spektakulär wird. Sie ist und bleibt eben eine Rakete, und im Grunde ist ihr auch genau dies zum Verhängnis geworden. Was sie nicht mehr darf ist Treppen laufen und ins Auto springen etc. da achte ich ganz konsequent drauf.
Ansonsten ist sie fit wie ein Turnschuh und soooooo süß. Sie ist meine rechte Hand im Rudel und hilft mir so gut es geht. Ich kann mich immer blind auf sie verlassen, und sie macht mir unglaublich viel Spaß.
Zur Zeit hat sie ordentlich mit Raya zu tun. Ich könnte mir vorstellen, dass die beiden Mädels noch mal heftig aneinander geraten werden. Für Tyla hoffe ich nach wie vor, dass Raya sich zu einer Rudelführerin entwickeln wird, damit Tyla sich zurück ziehen und ihr Leben genießen kann. Sie ist keine geborene Anführerin, und ich würde mich für sie freuen, wenn sie das Zepter wieder abgeben kann. Es bleibt sicher noch eine ganze Weile spannend wie es sich entwickelt.
Im Zuge meiner Ausbildung zur Mensch-Hund-Team Trainerin kommt sie nun in den Genuss, mit mir oft zu Seminaren zu fahren. Alleine oder mit einer weiteren Fellnase aus dem Rudel. Sie liebt solche Touren, und ich freu mich sehr darauf, sie ab und an für mich alleine zu haben.
(Stand 1.9.2011)
Das Jahr 2011 geht zu Ende und unserer kleine Tyla geht es augenscheinlich sehr gut. Sie meutert zur Zeit ein klein wenig, weil ich mich sehr viel mit Raya beschäftige, aber körperlich ist sie richtig gut dran, und dass obwohl es oft nass/kalt draußen ist. Ich bin nach wie vor sehr froh, dass wir uns immer wieder gegen eine OP entschieden haben. Ihre kleinen Meutereifeldzüge sehen so aus, dass sie sich genüsslich in ekeligen Dingen wälzt, gerne öfter als einmal gerufen werden muss, und auch sonst eben immer mal wieder ein klein wenig auf Abwege gerät. Aber man sieht ihr förmlich an, dass sie es absichtlich macht, nur um im Mittelpunkt zu stehen. Ich greife manchmal ein, manchmal lasse ich sie gewähren. Sicher ist es nur eine Frage der Zeit bis Raya ganz aus der Pupertät raus ist und ihren Platz im Rudel entgültig gefunden hat. Danach wird Tyla auch wieder entspannter sein. Grundsätzlich haben sich die Mädels mittlerweile untereinander ganz wunderbar arrangiert, und ich denke nicht mehr, dass Raya und Tyla aneinander geraten werden. Alle drei kommen super aus, und das freut mich sehr! Seit es Tyla dauerhaft besser geht wird sie auch in ihrer Teamleaderrolle wieder sicherer. Es macht mir großen Spaß zu beobachten wie sie es genießt die anderen zu schicken und zu lenken. Ich hätte letztes Jahr um diese Zeit nicht für möglich gehalten, dass sie so etwas einmal kann. Sie ist ein toller Hund, und ich bin sehr glücklich, dass sie an meiner Seite ist. Ich hoffe sehr, dass das neue Jahr ganz viel Gesundheit für die Motte im Gepäck hat, für alles andere bin ich super zuversichtlich.
(Stand 28.12.2011)
Nachdem das Jahr 2012 und große Teile des Jahres 2013 sehr schön für uns alle war, was wir auch wirklich sehr zusammen genossen haben, ging es 2013 mit Tyla's Beschwerden leider wieder los...
2012 und 2013 haben wir uns sehr an unserem tollen Rudel erfreut. Die Mädels sind wunderbar zusammengewachsen und Hardy als Hahn im Korb war mit seiner "Außenstellung" auch sehr zufrieden denke ich. Tyla hat das Rudel immer sicherer geführt und es war wirklich eine Freude mitzuerleben wie sie immer weiter in diese Rolle reingewachsen ist. Vor allem klein Raya hat das sehr gut getan, dass sie sie so schön angeleitet hat und mit Aimee war sie ja immer ganz dick befreundet.
Als ich meine Trainerausbildung angefangen habe war Tyla immer an meiner Seite. Sie ist mit mir zu unendlich vielen Seminaren gefahren und es hat immer super viel Spaß gemacht sie dabei zu haben. Für sie war das immer ein großes Abenteuer und ich denke, sie hat es seeeehr genossen diesen Sonderstatus innezuhaben, dass sie immer mitdurfte, während ich bei den anderen 3en immer neu entschieden habe wer darf noch mit dabei sein und wer bleibt Zuhause. Immer wenn wir gepackt haben war sie in bester Laune und ich konnte mich auf meine kleine Lümmeline IMMER ganz wunderbar verlassen. Sie war super brav unterwegs und ich war sehr stolz auf sie. Überhaupt sind wir sehr zusammengewachsen mit den Jahren. Ein Blick genügte und wir beide wussten genau bescheid was der andere dachte oder wollte. Das war ganz toll!!
Im Spätherbst 2013 ging es dann wieder los mit leichteren Lahmheiten bzw. war ihr Gangbild einfach nicht "rund", somit haben wir mit Physio angefangen. Das hat ihr sehr gut getan. Da es aber immer wieder so war, dass sie ein paar Tage nicht gut gelaufen ist und dann wieder doch, dass wir also nie genau wussten woran wir sind, bin ich mit ihr nach Wildeshausen zu einer Spezialistin gefahren. Dies war eine gute Entscheidung. Sie hat Spondylosen, Hüfte und Elle sind deutlich angegriffen, aber der Bandscheibenvorfall ruht zum Glück. Beide Knie sind arthrotisch. Wir beschließen eine Goldakkupunktur. Anfang 2014 hat Tyla Gold bekommen und dies hat ihr sehr gut getan. Sie durfte dann zwar erst mal nur an der Leine laufen und musste sehr kontrolliert aufgemuskelt werden, aber ihr Gangbild hat sich insgesamt deutlich verbessert. Wir waren sehr froh über diese Entwicklung!! Dieses Hochgefühl hat leider nicht sehr lange angehalten, denn im März hat sie spontan gelahmt. Da ich sehr wohl wusste wie ein Hund mit Kreuzbandriss aussieht hätte ich eigentlich gar nicht mit ihr zum Doc fahren brauchen, hab es aber natürlich trotzdem getan. Die Diagnose war sehr schnell gestellt, Kreuzbandriss im rechten Knie. Soso traurig waren wir!! Da wir mitten im Umzug waren war eine sofortige OP ausgeschlossen. Erst musste der Umzug vollendet werden und dann hatten wir die Möglichkeit Tyla nach einer OP 6 Wochen ruhig zustellen. Die richtige Klinik war auf Empfehlung schnell gefunden. Der Termin wurde für den 27.Mai 2014 bei Dr. Ramme in der Kleintierklinik Hannover (nicht verwechseln mit dern THIO!!) gemacht und Tyla wurde auf Dexboron eingestellt. Dies hat erstaunlich gut geklappt und ich hatte zeitweise sogar überlegt ob ich ihr die OP wirklich "antun" soll. Da so ein Kreuzband im Leben nicht ausheilt und sie doch endlich wieder nach Herzenslust laufen sollte haben wir dann Ende Mai das rechte Knie operieren lassen. Die OP verlief einwandfrei und die 6 Wochen Schonfrist sind einigermaßen fix vergangen. Tyla war wie immer eine super brave Patientin und hat bei der Physio und beim Training toll mitgemacht. Überhaupt hat sie die Stunde Physio in der Woche immer sehr genossen. Eine Stunde wo wir beide nur für sie da waren und wo Komakraulen meinerseits angesagt war. Ich habe die Zeit auch genossen. Eine Stunde wo ich die Verantwortung abgeben konnte und wo ich sie einfach so genießen konnte. Sie hat sich geräkelt und den Clown gemiemt... megasüß!!
Tyla war nun schon fast 9 Jahre alt, aber davon war nichts aber auch absolut gar nichts zu sehen oder zu merken. Sie hat kaum helle Haare und sie ist wild und lustig wie immer. Aber sie kann sich mittlerweile auch tatsächlich zurücknehmen wenn ich es ihr sage. Im Sommer durfte sie dann endlich wieder zeitweise ohne Leine laufen. Ich habe sehr darauf geachtet, dass sie es easy angehen lässt und sie hat sich toll führen lassen. Kaum haben wir es so richtig genießen können, dass sie endlich wieder richtig laufen konnte kam der erneute Einbruch... deutliche Lahmheit links. Wieder hätte ich eigentlich nicht mit ihr zum Doc fahren müssen, aber gemacht habe ich es natürlich trotzdem. Es hat sich bestätigt was ich befürchtet hatte. Kreuzbandanriss links. Wie megaschlimm... Alles wieder von vorne. Wieder OP, wieder 6 Wochen schonen, wieder neu den Wauz aufbauen, immer mehr Angst, dass was noch schlimmeres passiert. Eine wirklich mental sehr anstrengende Zeit. Was ich da noch nicht wusste... Es kommt noch viel viel schlimmer :-(!!
Kaum war das linke Knie im September wieder hergestellt habe ich bemerkt, dass was nicht stimmt. Zum einen gab es ganz sicher einen Zwischenfall im Haus, denn als ich eines Tages nachmittags reingekommen bin stand sie auf 3 Beinen vor mir, was mir fast jegliche Luft zum atmen genommen hat, aber es gab sicher auch etwas nicht akutes, sondern schleichendes, da wusste ich nur noch nicht was es war. Ich habe bei der Physio jedes mal gesagt, dass sie immer öfter überkötet auftritt, dass sie leichte neurologische Ausfälle hat etc. Leider waren die Gedanken immer bei den Knien. Ich war mit ihr bei der Spezialistin, an dem Tag ist sie aber - wie der Zufall es so will - ganz normal gelaufen, dort konnte also auch nichts festgestellt werden. Als es dann immer schlimmer statt besser wurde, bin ich mit ihr wieder nach Hannover gefahren weil ich befürchtet hatte, dass der Meniskus links gerissen ist. Dr. Ramme konnte aber absolut gar keinen Hinweis darauf finden und somit haben wir uns darauf verständigt, dass wir noch eine Weile warten und wenn es dann nicht besser wird ein MRT machen.
Als dann Anfang 2015 jegliche Lahmheiten weg, dafür die neurologischen Ausfälle immer deutlicher geworden sind habe ich wieder Kontakt zu Dr. Ramme gesucht und er hat mich dann darauf gebracht mit was wir es sicherlich zu tun haben... Degenerative Myelopathie... Für mich ab dem Moment der Horror schlechthin. Ich habe Tyla testen lassen und der Test war natürlich positiv. Das Gute daran wir wussten woran wir sind und konnten die Suche endlich einstellen, das schlechte daran, es ist eine unglaublich grausame Krankheit. Die Hunde haben zwar keine Schmerzen, aber sie verlieren immer mehr die Kontrolle über ihr Hinterteil bis sie gar nicht mehr laufen können. Es war bei Tyla ab dem Moment der Klarheit nicht mehr sehr lange. Rückblickend bin ich mir sicher, dass wir es auch in 2013 schon genau damit zu tun hatten. Hier haben nur die Knie die DM überlagert.
Tja für mich hat damit eine sehr schlimme Zeit begonnen. Obwohl ich Tyla jeden Tag um mich hatte konnte ich sehen wie es von Tag zu Tag schlechter wurde. Wie sie immer schwer aufstehen konnte, wie sie immer kürzere Wege laufen konnte, wie sie immer mehr das Gleichgewicht verloren hat etc... Ob sie selber es auch als so schlimm empfunden hat kann ich nicht sagen, aber wenn ich so daran denke was sie für ein Turbowauzi war und wie lange sie zu der Zeit schon nicht mehr rennen konnte wie sie wollte hätte ich verzweifeln können. Unsere Runden wurden immer kürzer, ich musste ihr immer öfter beim aufstehen helfen und beim laufen im Haus. Abends war es besonders schlimm, weil ihr Akku von dem anstrengenden Tag leer war. Sie als Rudelhund "musste" sich natürlich immer doll anstrengen um mithalten zu können, was sie ja eh gar nicht mehr konnte, aber der Wille war nach wie vor da. Hunde sind halt so und Hunde wie Tyla, die extrem hart mich sich und der Welt sind erst recht... :-(. Als uns bewusst wurde wie sich das entwickeln wird haben wir über einen Rolli nachgedacht, als es sich dann aber abgezeichnet hat, dass sie nicht robben wird war es keine Option mehr für uns. Sie hat immer gewartet bis ich ihr geholfen habe und ist nicht selber aktiv geworden um von alleine voran zu kommen. Somit hätte ihr der Rolli nur für Spaziergänge genützt, nicht aber für die Zeit im Haus oder im Garten. Das hat für uns wenig Sinn gemacht. Im Mai hat sich schon arg abgezeichnet, dass es nicht mehr lange gutgehen wird.
Tja und dann kamen 4 Wochen, wo ich mich jeden verdammten Tag gefragt habe wie weit geht man mit einem Hund, der diese Krankheit hat gemeinsam den Weg. Was ist noch lebenswert für einen Hund und was nicht mehr? Gibt sie mir ein Zeichen, dass sie das alles nicht mehr möchte? Ich habe so sehr gehofft, dass sie mir irgendwie signalisiert wie sie es gerne hätte, aber leider hat sie das nicht gemacht, oder ich habe es einfach nicht gesehen/erkannt. Leider leider nicht, somit musste ich es ganz alleine entscheiden. Mitte Juni konnte ich es immer weniger ertragen zu sehen wie sie möchte aber nicht mehr konnte. Alles was ihr je Spaß gemacht hat ging nicht mehr, das ist wirklich mega bitter!! Gen Ende Juni habe ich dann entschieden, dass ich dieses "Leben" für meine tolle Turbohündin so nicht mehr möchte. Ich habe entschieden, dass wir sie auf die letzte Reise schicken werden. Es ist nicht in Worte zu fassen was in einem vorgeht wenn man einen Hund wegschickt, der mental und organisch voll auf der Höhe ist!! Es hat in mir etwas kaputt gemacht was auch nicht wieder zu reparieren ist. Nie werde ich ihr entsetztes Gesicht vergessen, als sie realisiert hat, dass der Doc wegen ihr hier ist. Sofort wusste sie was abgehen wird. Es war schrecklich!!
Ich wünsche mir von Herzen, dass es ihr dort wo sie jetzt ist gut geht, dass sie wieder nach Herzenslust rennen und toben kann, dass Kenya sie abgeholt hat, damit sie nicht alleine ist und vor allem, dass sie mir verzeiht, dass ich diese Entscheidung für sie getroffen habe. Auch wenn ich immer noch glaube, dass es richtig war fühle ich mich unendlich schuldig.
Liebe Tülli, du warst meine Freundin und Weggefährtin über viele Jahre. Ich liebe dich von Herzen und wirklich trennen kann uns nichts. Ich danke dir für deine bedingungslose Liebe und Treue! Irgendwann werde ich dich wieder in die Arme schließen, bis dahin wirst du einen festen Platz in meinem Herzen haben.
Ein Teil von mir ist jetzt schon mit dir gegangen und wird dich beschützen.
Mach et joot...