Dies ist die Geschichte von Aimee
dem liebsten, schönsten und klügsten Hund der Welt:

Aimee wäre fast nicht Aimee geworden und Anni fast nicht Anni. Wir hatten uns schon länger mit dem Gedanken befasst, noch eine Hündin ins Rudel zu integrieren. Nie wieder wollten wir mit Trauer im Herzen einen Welpen aufnehmen. Natürlich haben wir noch einmal den Versuch gewagt, einen SSV-Welpen zu adoptieren. Glücklicherweise hat es geklappt! Wir hatten uns schon einen Züchter ausgesucht und haben nur darauf gewartet, dass ein Wurf gemeldet wird. Wir waren sehr froh, dass es uns gegenüber keine Vorbehalte gab, und um das Glück perfekt zu machen, hatten wir sogar die erste Wahl bei den Hündinnen dieses schönen Jubiläumswurfes. Allerdings war es für uns äußerst schwierig eine Entscheidung zu treffen. 

Wir sind von der ersten Woche an mit Fotos von den kleinen Fellnasen versorgt worden. Das war super, so konnten wir die Entwicklung ein wenig beobachten. Anhand der Fotos kamen 2 der 3 Hündinnen in Frage, wobei eine ein wenig mehr Weiß gezeichnet war im Gesicht und die andere etwas weniger. Da wir es ganz gerne mögen, wenn unsere Berner nicht so viel Weiß im Gesicht haben, hatten wir die dunklere als Favoritin auserkoren. Außerdem war sie die Kleinste im Wurf, und das hat unseren Beschützerinstinkt geweckt. 

Als die Welpen 7 Wochen alt waren, durften wir sie uns live ansehen. Ich bin jedes Mal überwältigt wie unglaublich süß ein Wurf Berner ist. Klar, alle Welpen sind niedlich, aber Berner... Das ist eine ganz eigene Liga, einfach etwas absolut Besonderes. Entsprechend bin ich am Anfang immer hin und weg, aber bei den anderen dreien wussten wir trotzdem sofort, welcher Welpe in unsere Familie gehört. Bei diesen beiden kleinen Mädchen war es anders. Wir haben sie beobachtet und auf dem Arm getragen und geknautscht und gekrault, sind Kaffee trinken gegangen und haben wieder geguckt, und dann haben wir uns für die süße Maus mit etwas mehr Weiß entschieden. Warum, das können wir immer noch nicht genau sagen. Wir mussten uns für eine entscheiden und der Bauch und das Herz haben gesagt:  

Die ist es!  

Natürlich war es die richtige Entscheidung!!! Unsere kleine Aimee ist unser absoluter Sonnenschein. Mit ihr ist eine gehörige Portion gute Laune bei uns eingezogen, und wir haben sehr viel Spaß mit ihr. 

Als wir sie am 08.12.2007 abgeholt haben, hatten wir allerdings noch einen ganz anderen Eindruck von ihr. Von guter Laune war da nicht viel zu merken. Die Autofahrt fand sie definitiv total blöd und hat dieses auch lautstark Kund getan. Wie lang doch so ein paar Kilometer sein können, mit einem kreischenden Hundebaby im Gepäck… Dazu kam noch, dass sie kaum zu bändigen war. Uns schwante schon Arges, aber zum Glück hat sich der erste Eindruck nicht bestätigt. 

Sie hat, kaum hier angekommen, das Haus und den Garten inspiziert und ihre beiden Freundinnen beschnuppert und hat sofort beschlossen: 

O. k. Leute, ab jetzt ist alles meins, und fertig. 

Die anderen beiden haben diesem Charmebolzen nicht widersprechen können, und somit funktioniert das Rudel super gut. 

Die ersten Nächte hat sie sich ein klein wenig in den Schlaf gesungen, aber ansonsten hat sie keine allzu großen Heimwehattacken gehabt. Da war sie sehr entspannt. 

Die Autofahrt hat ihr am längsten in den Knochen gesteckt. Die ersten Wochen, wenn wir Auto gefahren sind, war sie sehr unruhig und hat die ersten paar Kilometer Rabatz gemacht. Da keiner von uns darauf eingegangen ist, fand sie es dann wohl selber irgendwann zu blöd. Wie entspannt doch eine Autofahrt sein kann, mit schlummernden Wauzels im Kofferraum… 

Da sie noch nicht daran gewöhnt war an der Leine zu laufen, haben wir gedacht, wir tun ihr einen Gefallen, wenn wir ihr ein Geschirr anziehen. Sie hat vom ersten Moment an beschlossen, dass sie so ein doofes Ding um den kleinen dicken Kugelbauch nicht haben will, und bis zum letzten Tag hat sich daran nichts geändert. Was sie nicht will, will sie eben nicht. 

Also haben wir ihr behutsam das Laufen an der Leine mit normalem Halsband beigebracht. Am Anfang war sie – ganz gegen ihre Art – sehr zögerlich, aber als sie gemerkt hat, dass wir so oder so weitergehen, ob sie nun mitkommt oder nicht, hat es super schnell funktioniert. Sie gehörte von Anfang an nicht zu den Hunden, denen man das Ziehen abgewöhnen muss. Im Gegenteil man musste sie eher überreden doch bitte mitzukommen. Das gefiel uns sehr gut, zumal Tyla genau das Gegenteil ist. 

Aimee hatte von Anfang an ein großes Bedürfnis nach Nähe. Sie war kaum bei uns, da ist dieses klitzekleine Fellknäul schon aufs Sofa gekraxelt. Da sie zu der Generation „nach Falko“ gehört, darf sie das auch. Mittlerweile genießen wir es, wenn wir abends mit unseren Hunden gemütlich auf dem Sofa kuscheln. Was wir nach wie vor nicht mögen ist, wenn sie ins Bett gekrabbelt kommen. Das war bei Aimee so deutlich aber wohl nicht angekommen. Eines Morgens dachten wir, wir gucken nicht recht, da liegt sie zwischen uns, selig schlummernd. Wir haben beide keine Ahnung wie sie das gemacht hat, sie mutiert nachts wohl zur lautlosen Schleichkatze??!! Auf jeden Fall kann sie unmöglich, wie sonst üblich, geschnarcht haben, darauf reagiere ich nämlich sehr allergisch. Ich wäre sicher sofort aufgewacht!! Immer öfter hat sie es geschafft uns zu überlisten, und mittlerweile ist sie mein fest eingestellter Fußwärmer. Beharrlichkeit zahlt sich eben aus, nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren Hunden. 

Gesundheitlich hatte sie die ersten Wochen ein wenig Pech. Erst hatte sie eine leichte Mittelohrentzündung, dann eine Bindehautentzündung und Ende Februar hat sie's dann richtig umgehauen. Eine schwere Blasenentzündung hat sie mächtig geärgert. Uns übrigens auch! Sie war schon sauber, und mit der Blasenentzündung hat sie natürlich wieder nur ganz kurze Zeit „dicht gehalten“. Für sie selber war es ganz sicher auch kein Zuckerschlecken. Sie hat sehr lange Antibiotika bekommen, da die anfänglich verordneten 2 Wochen viel zu kurz waren. Sie hat nach dem Absetzen einen schlimmen Rückfall bekommen, und wir hatten schon große Sorge, dass die Nieren evtl. nicht in Ordnung sind. Aber alle Untersuchungen waren o. B. Wir haben lediglich Harngrieß festgestellt, und es war nicht zu klären, ob die Blasenentzündung vom Grieß kam, oder ob der Grieß sich durch die Blasenentzündung entwickelt hat. Auf jeden Fall hat sie insgesamt fast 8 Wochen Antibiotika bekommen. Zum Glück war sie danach all ihre Beschwerden los. Bis heute (März 2009) hat sie keinerlei Probleme mehr mit der Blase gehabt. Hoffen wir, dass es so bleibt!! 

Aimee war gerade 4 Wochen bei uns, da bin ich mit ihr zur Welpenspielgruppe gegangen. Das war immer sehr lustig für uns alle. Sie hat sehr zur allgemeinen guten Laune beigetragen. Immer wenn freies Spielen angesagt war, hat sie sich in eine strategisch günstige Position gebracht und abgewartet bis die anderen Welpen an ihr vorbei gerannt sind. Der, der ihr am nächsten war, den hat sie aus dem Knäuel „abgegriffen“. Mitlaufen war ihr viel zu anstrengend, so ging es schließlich auch ganz gut. Sie brauchte nicht so viel rennen und hat mit jedem abwechselnd ein wenig gespielt. Alles was mit „Arbeit“ zu tun hatte, war ihr lästig. Sie wusste – zum Leidwesen der anderen Kursteilnehmer – immer sofort was ich von ihr möchte und hat genau dies auch von Anfang an sehr gut umgesetzt. Wollte ich dann noch an Feinheiten arbeiten, hat sie mich mit diesem Blick angesehen, der größte Langeweile ausdrückt. So nach dem Motto: Das braucht doch kein Mensch bzw. Hund. Sie ist in meinen Augen ein typischer Berner, lernt unheimlich schnell, ist aber niemals ein Hund, der 100 Punkte in der Unterordnung erreichen könnte. Macht aber nix, wir haben auch so viel Spaß in der Hundeschule. 

Mittlerweile fungiert sie ab und zu als „Therapiehund“. Wenn ein Hund noch keine Kontakte zu anderen Hunden hatte, dann kommt Aimee mit ihrem liebevollen Wesen zum Zug. Oder auch bei Hunden, die wohl sonst recht grob sind. Bei Aimee sind alle sehr sanft. Entweder sie spielen ruhig und ohne großes Gerenne mit ihr, oder sie gehen ohne Spiel wieder nach Hause. Sie ist da ein sehr feiner Lehrer. 

Natürlich hat auch Aimee so ihre Macken. Man darf nun nicht denken, dass sie ein völliges Unschuldslamm ist. Ganz im Gegenteil, sie hat es faustdick hinter den Ohren. Am meisten bekommt dies Tyla zu spüren. Ihr sagt sie schon recht deutlich, wer das sagen hat im Rudel. Sie bleibt aber immer fair. Ich muss nur sehr selten eingreifen. 

Zurzeit quälen wir uns mit ihrem Fetisch für Stoff rum. Sie hat bis sie ca. ein halbes Jahr alt war, rein gar nichts kaputt gemacht. Klar, wenn sie mit Tyla ein Spielzeug bearbeitet hat, ist auch mal eins kaputt gegangen, aber unsere Sachen hat sie nicht angerührt. Wir hatten schon gedacht, dass wir auch mal eine Hündin aufziehen, ohne dass wir hinterher renovieren müssen. Das könnte auch immer noch klappen, denn wie gesagt, ihre Vorliebe gilt zurzeit fast alleine allem was aus Stoff ist. Allerdings besteht so ein Haushalt scheinbar fast ausschließlich aus Stoff??!! 

Früher waren immer alle Räume für die Hunde ohne Einschränkung zugänglich, wenn wir nicht Zuhause waren. Dann hat Aimee angefangen das Wohnzimmer umzudekorieren. Am Anfang hat sie noch nicht mal alles gleich aufgefressen, sondern hat es „nur“ durchs Haus getragen. Allerdings haben wir ein großes Wohnzimmer mit vielen Kissen und Decken etc., und ich hatte keine Lust immer erst eine halbe Stunde wieder alles an seinen Platz zu bringen. Also haben wir beschlossen, wir machen die Wohnzimmertür zu, wenn wir gehen.

Das hat sie in ihrem Vorhaben, das Haus nach ihrem Geschmack einzurichten nicht abgehalten. Als nächstes hat sie sich den Flur vorgenommen. Da gibt es zwar nicht so viel Stoff, aber es gab am Schuhschrank und am Garderobenschrank Türgriffe aus Holz. Die hat sie zwar nicht gefressen - schmecken schließlich nicht so gut wie Stoff - aber von der ursprünglichen Form war nicht mehr viel zu erkennen. Sie hat sich sicher gedacht, wenn wir das Wohnzimmer zu machen, wollen wir es wohl nicht anders. Also haben wir als nächstes alle Türgriffe abgeschraubt. 

Auf zum nächsten Raum… Im Büro gibt es auch nicht sooo viel Stoff, also hat sie die Schublade aufgezogen, wo das Geschenkpapier lagert. Dies hat sie zwar nicht gefressen - auch Papier schmeckt schließlich nicht so gut wie  Stoff - aber sie hat ca. 5 neue (!!!) Rollen in kleinste Schnipsel zerfetzt und auf das gesamte Haus – außer eben Wohnzimmer – verteilt. Als ich nach Hause gekommen bin, dachte ich, mich trifft der Schlag. Also war am nächsten Tag auch die Bürotür zu. 

Als sie uns am Tag drauf sämtliche Handtücher aus dem Bad geschleppt und angefressen hat – endlich gab es mal wieder Stoff!! – folgten die beiden Badezimmertüren. Somit wurde der Platz immer enger, wo sich die Wauzels aufhalten können, wenn sie alleine sind. Als letztes wurde das Gästezimmer verschlossen. Dort stehen ein Hundesofa und ein Gästebett. Mit dem Hundesofa dürfte sie ja praktisch machen was sie möchte, ist ja ihrs, aber zerstören tut sie natürlich das Gästebett! 

Nun müssen 3 Berner mit Flur und Küche vorlieb nehmen, wenn wir nicht Zuhause sind. Und auch dort liegen natürlich Decken, damit die lieben Kleinen nicht die ganze Zeit auf den kalten Fliesen liegen müssen. Und auch diese werden zerstört! Allerdings finde ich die Fetzen dann wenigstens nicht mehr im ganzen Haus, leider frißt sie ja auch das meiste, und die Aufräumaktion ist nicht allzu aufwändig. Bis jetzt haben sämtliche Kilo Stoff unseren kleinen Hund auf natürlichem Weg wieder verlassen. Ich hoffe wirklich, das bleibt auch weiterhin so! 

Wir gehen davon aus, dass sie irgendwann von alleine damit aufhört. Sie würde niemals auch nur dezent an einer Decke nuckeln, so lange wir Zuhause sind, entsprechend können wir sie auch nicht darauf aufmerksam machen, dass so eine Wolldecke nicht zum fressen im Korb liegt. Leider muss sie von alleine drauf kommen. 

Die beiden anderen Mädchen haben auch ihre Macken gehabt, und bis jetzt haben sie ihre Zerstörungswut immer nach der ersten Läufigkeit abgelegt. Wir hoffen, das ist bei Aimee genau so, denn dann sind die Tage wohl gezählt. Sie ist jetzt genau 11 Monate alt, da kann es nicht mehr lange dauern bis zur ersten Läufigkeit. Was wir machen, wenn sie nicht von alleine damit aufhört, wissen wir noch nicht genau?! 

Ansonsten ist sie wirklich ein Traum von Hund. Sie kann sooo brav sein. Alle, die uns beobachten glauben immer, dass ständig mit ihr gearbeitet wird, weil sie sich, vor allem vor fremden Menschen, immer ganz besonders gut benimmt. Aber nein, sie ist von ganz alleine so... Wenn die wüssten, dass das alles Taktik ist… Genau das macht diesen Hund so einzigartig, dieser Schalk im Nacken und ihre gute Laune. Besonders hervorzuheben sind dann noch die geliebten Kuschelorgien. 

Außerdem versteht sie sich super mit Kenya und Tyla und hat sich wunderbar in unsere Familie integriert. Einen perfekteren Hund hätten wir uns nicht Wünschen können. 

Übrigens haben wir den Namen Aimee, wie alle anderen Namen auch, mit Bedacht ausgesucht. Wir legen immer Wert darauf, dass es kein alltäglicher Name ist, und wir suchen grundsätzlich einen Namen aus, den man nicht verniedlichen kann. Es dauert immer viele Tage und Diskussionen bis wir uns endlich auf einen Namen einigen können. Leider hat die viele Mühe – wie immer - nix  genützt. Der ursprüngliche Name wird nach kürzester Zeit fast nur noch „in offiziellem Rahmen“ verwendet und um zu signalisieren, dass nun „Schluss ist mit Lustig“. In allen anderen Situationen heißt Aimee mittlerweile, Mimi, Mops oder HopsMops. Mimi als Abkürzung von Aimee und Mops, weil sie im Schlaf röchelt, wie es eigentlich nur ein Mops kann – außer wenn sie sich bei uns ins Bett geschlichen hat-, und weil sie einen kleinen dicken Hintern hat. Sorry an alle Mops-Halter. Ich weiß, das sollen sehr drahtige Hunde sein, aber ich kenne leider nur die schnarchenden dicken. Somit passt Mops für Aimee perfekt! Das Hops ist dann noch dazu gekommen, weil sie zu gerne an Menschen hochspringt. Leider eine ganz unschöne Sache *seufz. Also war es auch diesmal wie immer, jeder Name ist irgendwie zu verniedlichen und wenn man sich einen ganz neuen ausdenkt. So etwas können wirklich nur Tierhalter verstehen!!!  

(Stand  04.09.2008)
 



  Inzwischen ist soooo viel Zeit vergangen. Aimee wird erwachsen. Sie ist immer noch unser absoluter Sonnenschein. Man kann sie wirklich schwer beschreiben, man muss sie einfach erleben. Sie hat unendlich viele Facetten. Sie kann sehr behäbig und dann wieder super spritzig sein. Sie ist unglaublich kuschelig und manchmal auch ein "rühr mich nicht an". Sie versteht sich mit allem und jedem, und sie ist einfach soooooooooooooooooo süß!!! Wenn sie ein Dackel wäre, würde ich sie wahrscheinlich den ganzen Tag auf dem Arm tragen. Zum Glück ist sie eine 40 kg Bernerin und darf entsprechend alleine laufen. 

Sie hat den Einzug von Hardy super gemeistert. Am Anfang war sie unglaublich in ihn verliebt. Mittlerweile hat sich das ein wenig relativiert. ABER etwas ganz tolles ist mit Hardys Einzug passiert... Aimee macht nix mehr kaputt. Rein gar nix. Wir sind schwer begeistert, dass auch ihre Phase der Zerstörung ein Ende gefunden hat. Vor ein paar Tagen haben wir sie kastrieren lassen. Da sie sehr viel Unterbauchfett hat (ansonsten ist sie super schlank!!), war die OP recht schwierig, UND die Narkose hat ewig angehalten, da sich das Sedativum im Fettgewebe ansammelt und von dort nur sehr langsam ausgeschwemmt wird. Sie hat fast 48 Stunden durchgeschlafen. Jetzt gehts ihr aber ganz gut. Die Wunde sieht super aus, und wenn sie jetzt noch wieder anfängt vernünftig zu fressen (irgendwie hat sie keinen Appetit auf gar nix) wird alles super schnell vergessen sein.

Wir freuen uns jeden Tag, dass dieses süße Wesen zu unserer Familie gehört und hoffen, dass sie mit uns genau so glücklich ist wie wir mit ihr.

    (Stand 16.07.2009)

 



Aimee ist jetzt schon gute 2 Jahre alt, und sie hat sich körperlich prächtig entwickelt. Nach der Kastration hat sie eine Phase der Veränderung durchlebt. Zeitweise sah sie aus wie ein Struwelpeter, weil sie ihren ganzen, schönen Pelz abgeschmissen hatte und nur ein paar wenige Haare von der Decke übrig geblieben waren, die in alle Himmelsrichtungen von ihr abstanden. Mittlerweile hat sie sich einen richtig tollen, dicken Wintermantel zugelegt, UND sie hat gaaaanz viele Locken bekommen. Ihr neues Outfit passt ganz wunderbar zu ihrem Gemüt. Nach wie vor ist sie hier der Gute-Laune-Kick im Rudel. Sie ist IMMER zu Allem und Jedem freundlich, egal ob Mensch oder Hund. Sie ist ganz außergewöhnlich sensibel, und sie hat großen Anteil daran, dass unsere Vermehrer-Pflegiline sich so schnell hier geöffnet hat. Bei ihr hat Aimee einfach nicht locker gelassen, tja und irgendwann ist Asja ihrem Charme erlegen und hat mit ihr ganz ausgelassen im Garten gespielt. Die Freude bei mir war sicher genau so groß wie die Freunde bei Aimee. Sie ist das Wahrzeichen dafür, dass sich Hartnäckigkeit auszahlt. 

Mittlerweile macht sie wieder ab und an (ich glaube zusammen mit Asja) ein wenig Blödsinn, wenn sie mal mit ihren Kumpels alleine zu Hause ist, aber nach wie vor kann man ihr nicht wirklich böse sein. Sie hat den typischen Berner-Blick, der einen zum schmelzen bringt. 

Psychisch hat Aimee sich leider nach der Kastration sehr zum Nachteil verändert. Auch vorher gab es ab und an Dinge oder Menschen, die sie nicht wirklich toll fand, aber es war für sie nie ein Drama. Es ist mir damals nicht mal großartig aufgefallen, so geringe Anzeichen gab es. Erst jetzt, wo sie diese Probleme hat, und ich bewusst darüber nachdenke, fallen mir entsprechende Sitautionen ein, wo sie sich wahrscheinlich ab und an nicht wirklich wohl gefühlt hat in ihrem Pelz. Seit der Kastration ist sie zunehmend unsicherer geworden. Es kommt jetzt oft vor, dass sie, vor allem vor Menschen, Angst hat. Sie lässt sich - außer von uns - nur noch anfassen, wenn die Initiative von ihr ausgeht. Wird sie angesprochen oder gelockt, dann dreht sie sich um und geht, lassen die Menschen es dann nicht sein, und sprechen sie wieder an, fängt sie vor lauter Unsicherheit sogar an zu bellen. Viele Geräusche ängstigen sie sehr, Silvester ist eine absolute Katastrophe. Ich würde Aimee als klassisches Kastrationsopfer beschreiben. Leider wusste ich damals noch nicht, wie sehr nachteilig sich so ein "kleiner" Eingriff auf die Physis und Psyche von Hunden auswirken kann. Mit meinem heutigen Wissen hätte ich sie niemals kastrieren lassen. Aber jetzt müssen wir irgendwie damit leben und das Beste draus machen. 

Aimee hat Nikolaus 2009 den Zwingerhusten irgendwo aufgeschnappt und eingeschleppt, denn sie hat ein paar Tage später mit dem Husten begonnen. Allerdings war sie super schnell damit durch. Ansonsten ist sie pumperlgsund und munter, und wir hoffen, dass wir ein tolles Jahr mit ihr verbringen werden!!

 (Stand 04.01.2010)

 



Das Jahr 2010 war für Aimee ein sehr aufregendes und am Ende auch trauriges Jahr. Das erste halbe Jahr war für sie die Welt weitgehend in Ordnung. Sie hat unsere kleine Pflegiline an die Pfote genommen, und beide haben eine schöne Zeit zusammen gehabt. Wir waren auf ganz vielen Pfotentreffen, die unsere Hunde sehr lieben, und sie hatte viele Einsätze in der Hundeschule, die sie nach wie vor richtig toll macht. Auch mit Tyla und Hardy kommt sie ganz wunderbar aus. Den mit Abstand engsten Kontakt hatte sie aber zu unserer Omi Kenya. Die beiden sind einfach Seelenverwandte. Sie haben sich vom ersten Tag an sehr gemocht, auch wenn der Altersunterschied so groß ist. Kenya war für Aimee sehr wichtig, sie hat ihr Halt gegeben und Aimee hat sich sehr an Kenya orientiert. Als Kenya dann immer schwächer geworden ist, hat bei Aimee die Unsicherheit immer mehr zugenommen. Sie hat gespürt, dass sie ihren sicheren Hafen ganz bald verlieren wird. Als Kenya dann im September gehen musste, ist dies für Aimee eine Katastrophe gewesen. Alle waren traurig, aber sie hat mit Abstand am meisten darunter gelitten. Es war sehr schwer sie aufzufangen, sie hat sich immer mehr zurück gezogen und war sehr in sich gekehrt. 

Auch der Einzug von Irina hat ihr keinen neuen Antrieb gegeben. Ganz im Gegenteil, ich glaube sie (wie auch die anderen Hunde im Rudel) waren froh, als die fröhliche Motte wieder ausgezogen ist. Für so viel Elan war hier einfach noch nicht wieder die rechte Zeit. 

Ende Oktober sind wir für eine Woche nach Dänemark gefahren. Das war dann etwas, wo alle endlich mal wieder bissi Spaß hatten. Das Planschen im Meer, die endlosen Dünen rauf und runter rennen, da hatte unser kleiner Hopsmops dann auch mal wieder gute Laune und war ein wenig ausgelassen. Wir waren sehr froh, sie so glücklich und zufrieden zu sehen. 

Als dann Ende 2010 klein Raya bei uns eingezogen ist, hat Aimee sie ganz lieb im Rudel aufgenommen. Das war richtig klasse. Jetzt ein Jahr später ist Aimee zwar immer noch oft unsicher, ein Stadtgang z. b. ist für sie absoluter Stress, aber hier bei uns, in ihrer gewohnten Umgebung, oder auf Pfotentreffen mit vielen Hunden, wo kein Mensch etwas von ihr möchte und wo die Eindrücke, die auf sie einwirken überschaubar sind, wird es wieder ein wenig besser. 

Das Jahr 2011 ist wie im Flug vergangen. Unsere kleine Aimee ist hier nach wie vor unser Sonnenscheinchen, aber ich hatte mit ihr auch ein paar heiße Diskussionen. Nachdem Kenya gegangen und Raya hier eingezogen ist, hat sie eine kleine Jagdleidenschaft entwickelt. Keine Ahnung was der Auslöser genau war, auf jeden Fall hat sie jede Gelegenheit genutzt einem Tier hinterher zu laufen (und Raya natürlich gleich mit *seufz). Zeitweise war es so ausgeprägt, dass ich sie nicht mehr ohne Leine laufen lassen konnte. Sie ist zum Adlerauge mutiert und hat lange vor mir jede Bewegung am Horizont gesehen. Mühsam haben wir uns über viele Monate Training nun wieder eine so enge Verbindung erarbeitet, dass sie zwar ab und an noch losläuft wenn vor ihr ein Kaninchen startet, aber immerhin kann ich sie jetzt wieder jederzeit abrufen. Da können wir beide gut mit leben, und ich bin sehr froh, dass sie wieder ohne Leine laufen darf. 

Ansonsten war und ist sie immer super brav. Mit ihren Ängsten leben wir mittlerweile ganz gut. Es gibt Zeiten, da ist es ausgeprägter, und es gibt Zeiten, da wundere ich mich, wie cool sie doch sein kann. Morgen haben wir Silvester, das wird wieder ein Tag in ihrem Leben sein, den sie sicher nicht braucht. Wenn die Menschen wüssten wie viel Angst und Leid sie mit der Knallerei über die Tiere bringen, würden sie vielleicht drauf verzichten, aber wie jedes Jahr werden wir auch dieses Silvester irgendwie hinter uns bringen. 

Nun hoffen wir für unsere kleine Pummelfee, dass das neue Jahr 2012 für sie ganz viel Gesundheit im Gepäck hat. 

Leider habe ich vor ein paar Wochen einen kleinen Tumor entdeckt. Es ist ganz sicher kein Lipom. Zur Zeit wächst er nicht, somit werde ich ihn weiter beobachten, und denke, dass ich ihn nächstes Jahr irgendwann entfernen lasse. Im Herbst hatte Aimee ein wenig Probleme mit der Schilddrüse und sie hat auch wieder Harngries entwickelt, der sie geärgert hat. Beides haben wir zur Zeit wieder gut im Griff. Hoffen wir, dass es auch so bleibt!!

(Stand 30.12.2011)  

 



Unsere Mimi hatte 2012 und 2013 zwei ganz tolle Jahre. Sie war puppenlustig und hat uns alle mächtig bei Laune gehalten. Die Zeiten in denen ich unterwegs war wegen meiner Ausbildung oder auf Seminare, die hat sie es sich hier Zuhause gut gehen lassen. Eine Woche hatte ich sie mitgenommen und sie hat das auch toll gemacht, aber es war ganz offensichtlich, dass sie das nicht wirklich brauchte, egal wie gerne sie sonst mit mir irgendwohin fahren wollte, somit war es eine einmalige Aktion.

Obwohl sie ja noch total jung war, war sie nun doch auch seeeehr erwachsen geworden. Sie hat zwar ab und an noch mit Raya gespielt, aber lange nicht mehr so viel wir früher. Vielleicht auch deswegen, weil ich immer bissl den Daumen da drauf hatte, weil ich Angst hatte, dass Tyla mitspielen möchte und das ging ja leider gar nicht. Ich denke, da hat die Mimi sich dann einfach fein angepasst. Sie war ja immer ein Hund, der es gerne allen Recht machen wollte, außer sie hat was stinkiges gefunden, wo sie sich drin wälzen konnte. Dann war ihr völlig egal ob wir das lustig finden oder nicht.
 Stinkfrosch sein war ihr da dann immer wichtiger :-).

Unsere Verbindung war unglaublich eng. Wie Kenya, so war auch die Mimi ein Seelenhund. Sie war soooo eng an mir dran, das man es kaum in Worte fassen kann. Ein Blick und wir beide wussten immer ganz genau was in dem anderen vorgeht. War sie bei mir, war sie super leichtführig, ist mit mir durch dick und dünn gegangen, auch wenn sie es eigentlich gruselig fand. Das einzig Unschöne war, dass ihre Unsicherheiten fremden Menschen gegenüber immer ausgeprägter wurden, Gewitter und Tierärzte wurden immer gefährlicher für sie und von Silvester zu Silvester ist sie immer schlimmer dran gewesen. Dies hatte auch dazu geführt, dass wir die beiden Jahreswechsel 2012/2013 und 2013/2014 "geflüchtet" sind. Wir haben uns jeweils ein Ferienhaus weit ab gesucht, wo die Gefahr von stundenlanger Knallerei weitgehend ausgeschlossen war. Dies hat auch ganz gut geklappt. Einen kurzen Moment kann sie es aushalten und dann war es auch gut. Es war auch nicht, wie hier sonst, noch Tage anhaltend, sondern schon am 1.1. des neuen Jahres war alles wieder gut. Somit hatte, wie so oft im Leben, etwas Schlechtes dann doch auch wieder etwas Gutes, denn sie hat uns zwei Jahre lang einen tollen Jahreswechsel mit Urlaubsflair verschafft :-).

Ansonsten war sie mein Sonnenscheinchen der Nation. Sie hat mich bei Laune gehalten, wenn mein Akku total leer war und sie hat mir viel Kraft gegeben mein Leben neu zu organisieren. 5 Minuten Mimi kuscheln und kraulen und schon war meine Welt in Ordnung. Ein Blick in ihr zuckersüßes Gesicht und man konnte gar nicht anders als lächeln und sich an ihr erfreuen. Sie wurde von Jahr zu Jahr puscheliger und auch wenn es immer viel Arbeit war die Unterwolle rauszukämmen, es war sooooo schön in ihrem Fell rumzuwühlen. Ich glaube gerne, dass Menschen, die mit Hunden leben gesünder sind als andere, denn Hunde machen glücklich und ein Hund wie Aimee macht megaglücklich!!

Auch während der Zeit wo ich sehr viel mit Raya gearbeitet habe um sie in die Spur zu bringen, oder wo ich sehr viel Zeit mit Tyla verbracht habe als sie eine OP nach der anderen hatte, hat die Mimi sich völlig gelassen von ihrer besten Seite gezeigt. Als hätte sie genau gewusst, dass es gerade wichtig ist, dass ich so viel Zeit mit den anderen beiden verbringen. Sie war eine ganz besonders bescheidene Fellnase. Ihre Megakuscheleinheiten, die hat sie sich trotzdem lang und schlapp abgeholt. Spätestens abends wenn wir zur Ruhe gekommen sind ist sie mit auf mein Sofa gekrabbelt und hat sich fein das Bäuchlein kraulen lassen. Auch nachts ist sie bis zum Schluss immer auf leisen Sohlen in mein Bett gekrabbelt gekommen. Wie am ersten Tag auch habe ich es so gut wie nie gemerkt. Keine Ahnung wie sie das immer so hinbekommen hat :-).

Im März 2014, fast zeitgleich mit unserem Umzug hat sie sich sehr verändert. Sie war sehr grantelig und knurrig. So kannten wir sie gar nicht. Sonst war sie ja immer die Mutter der Nation hier und hat sich um uns Menschen und um ihre Kumpels liebevoll "gekümmert". Auf einmal ging nichts schnell genug und alles musste kommentiert werden. Das alles war so auffällig, dass ich mir ernsthaft Sorgen gemacht habe. Der Umzug war zwar für uns alle sehr stressig, aber gerade die Wauzis haben das ganz toll mitgemacht, auch die Mimi. Da sie sich hier auch mega wohl gefühlt hat konnten wir uns absolut nicht vorstellen, dass es mit dem Umzug im Zusammenhang steht. Somit bin ich mit ihr zum Doc und hab sie checken lassen. Die Blutuntersuchung ergab schlechte Leberwerte und die Schilddrüse war auch wieder mal am absolut unteren Limit. Wir haben somit die Organe versucht homöopathisch zu entgiften und haben mit Forthyron versucht die Schilddrüsenwerte hochzudrücken, damit sie sich wieder besser fühlt. Schmerzen haben wir weitgehend ausgeschlossen. Als die halbe Dosis keinen Erfolg gebracht hat, habe ich dann nach einer Woche auf die volle Dosis erhöht und siehe da, unsere Mimi war wieder die sanftmütige Kuschelmaus, die wir kannten. Wir waren super froh, dass sich ihr Gemütszustand so schnell und so einfach wieder auf einen guten Level hat bringen lassen. Wir haben dann das Medikament wieder ausgeschlichen und es ist alles gut geblieben :-)! Wir hatten hier im neuen Haus und in dem super schönen großen Garten total viel Spaß und haben die gemeinsame Zeit sehr genossen.

Aimee war grundsätzlich Balsam für die Seele. Egal was auch immer man erlebt hatte am Tag, ein Blick in dieses süße Gesicht und alles war gut!!

Die nächsten Monate waren total schön mit der Mimi, weil sie hier so mega entspannt war. Selbst Silvester 2014/2015, wo weit weg doch bissi Böller zu hören waren, hat sie super gut verkraftet. Auch wenn mal ein Gewitter aufzog, irgendwie hatte dieses Haus eine Aura auf sie, dass sie alles viel besser aushalten konnte. Das hat uns sehr gefreut, weil wir uns natürlich immer ziemlich schlecht gefühlt haben wenn wir ihr in ihrer Angst nicht wirklich helfen konnten. Wir dachten, dass alles gut ist und waren sehr sehr glücklich hier mit unseren Wauzis und ganz besonders mit Aimee.



Leider war das ein Trugschluss, denn es war alles andere als gut. Hunde und Berner im Besonderen können Krankheiten unglaublich gut verstecken. Wenn man sie bemerkt ist es oft schon 5 vor 12. Als ich bemerkt habe, das mit Aimee was nicht stimmt, war es nicht nur 5 vor, sondern im Grunde schon 5 nach 12. Es ging alles so rasend schnell... Ich hatte ab Anfang 2015 alle Hände voll mit Tyla zu tun. Sie konnte ja keinen Schritt mehr alleine laufen und war auf mich angewiesen. Somit bin ich mit Tyla immer in den Garten gegangen zum lösen, während mein Mann mit den anderen 3 Wauzels eine Runde über die Wiesen gegangen ist. Irgendwie ist völlig an uns vorbei gegangen, dass Aimee immer langsamer wurde. Mir ist Zuhause nicht aufgefallen, dass alle für die gleiche Runde immer länger unterwegs waren, denn das war ich mit Tyla auch. Und meinem Mann ist auch nicht aufgefallen, dass er immer länger brauchte. Nun war es ja auch so, dass Aimee schon ihr ganzes Leben lang super gerne hinterher getrödelt ist und immer noch mal hier und da lange schnüffeln musste, und sie vermisste natürlich auch ihre Freundin Tyla auf den Runden und hat sich immer nur schwer vom Haus gelöst. Überhaupt waren wir der Meinung, dass sie Tyla's Verfall sehr dolle mitgenommen hat und das sie deswegen auch so sehr abgebaut hatte. Weit gefehlt... 

Mitte Mai 2015 ist dann bei Aimee eine Bindehautentzündung durchgebrochen. Ich hab mir da erst gar nichts bei gedacht, jeder Hund hat mal eine Bindehautentzündung. Ich bin mit ihr zum Doc, hab eine Salbe bekommen und dachte in ein paar Tagen ist alles wieder gut. War es aber nicht. Auch nach einem Wirkstoffwechsel nicht. Also bin ich mit ihr in die Klinik nach Sottrum gefahren und als der Spezialist in ihren Augenhintergrund geschaut hat war sofort klar, dass das was wir sehen nur die Spitze vom Eisberg ist. Dass ein Tumor im Auge ist, hat er sofort gesehen, die Frage war nun, was schlummert sonst noch in ihr und was machen wir mit dem Auge. Er hat mich an einen weiteren Augenspezialisten überwiesen. Das einzig Gute an dieser Sache war, dass ich Dr. Hund aus Hamburg kennengelernt habe. Was für eine tolle Frau! Nun denn... Ich also mit meinem kleinen Angstbündel von Arzt zu Arzt. Was für ein Stress für das arme Tier. Das kam ja zu all den Sorgen noch obendrauf. Das Wissen, dass sie es mental kaum aushalten kann so eng mit fremden Menschen zu sein. Ihre Angst zu sehen wenn ich mit ihr alleine unterwegs war, wir beide wohlwissend, dass wieder etwas Doofes für sie passiert. Es war alles ganz ganz furchtbar und auch wenn ich ja wirklich schon ganz viel mit meinen Hunden durch hatte, meine kleine Aimee so zu sehen, das hat mich fast um den Verstand gebracht und es war mit Abstand das Schlimmste was ich bis dahin mit meinen Hunden erlebt hatte. Es nützte aber ja nun alles nichts, wir mussten der Sache auf den Grund gehen, um zu wissen was zu tun ist. Dr. Hund in Hamburg hat mir direkt nach dem ersten Blick auf Aimee schon gesagt, dass wir uns hier auf das Schlimmste vorbereiten müssen. Der Tumor im Auge hätte operativ entfernt werden können, aber das hätte natürlich nur Sinn gemacht wenn die Mimi ansonsten fit ist. Wir haben dann beschlossen sie trotz der riesen Angst durchzuröntgen, und das Ergebnis war so unendlich niederschmetternd... Auch heute, mehr als 3 Jahre später kann ich den Schmerz spüren der mich geflutet hat, als mir bewusst wurde was ich auf den Röntgenbildern sehe. Aimee war praktisch von Kopf bis Fuß voll mit Tumoren. Im Auge, in der Lunge, im Magen und am Rückrad konnte man die Einschüsse ganz klar erkennen. Eine Welt ist für mich zusammengebrochen. 

Mein Engelchen, keine 8 Jahre alt und sooooo krank...
 Auch heute kann ich noch nicht in Worte fassen wie schlimm und unerträglich das alles für mich war.

Tyla so schlimm krank, dass sie praktisch den ganzen Tag auf meine Hilfe angewiesen war, und nun auch noch Aimee auf den letzten Metern unterwegs und Hardy mit seinem Tumor im Kopf, der unaufhörlich größer wurde... 

Jeder Einzelne hätte meine 100%ige Aufmerksamkeit gebraucht und auch verdient gehabt, aber ich konnte mich nicht teilen, und so musste ich abwägen wer es am nötigsten hat und das war nun mal Tyla und natürlich musste ich arbeiten. Es interessiert leider die restliche Welt nicht wenn man kranke Hunde zuhause hat. Natürlich habe ich mir so viel Zeit wie irgendmöglich für meine kleinen Wauzis genommen, aber gefühlt war es viel viel zu wenig. 

Von Dr. Hund wurde Aimee auf andere Medis eingestellt und somit hatten wir die Bindehautentzündung dann auch gut im Griff. Aber innerlich loderte natürlich alles weiter und die Prognosen waren Tage bis Wochen. So etwas hatte mir schon einmal ein Arzt mit auf den Weg gegeben, als wir damals bei Kenya den Lungentumor entdeckt haben. Mit diesem haben wir dann aber noch 1 1/2 Jahre gut gelebt, somit habe ich da erst einmal nicht so viel drauf gegeben.

Aber Fakt war... Tyla's Tage waren gezählt. Als wir dann Ende Juni beschlossen haben, dass es für sie besser ist diese Welt zu verlassen, da wusste ich noch nicht, dass der 29.06.2015 der Supergautag schlecht hin für mich werden wird. 

Zum einen diese absolut groteske Situation einen schmerzfreien und mental voll klaren Hund auf die Sternchenwiese zu schicken, den ganzen Tag auf den Tierarzt zu warten bis wir diesen ultra schweren Gang dann hinter uns gebracht hatten und so schräg wie das jetzt klingt, aber direkt nach diesem furchtbar traurigen Verlust meiner tief und innig mit mir verbundenen Freundin Tyla dann die "Vorfreude" darauf nach ewigen Monaten endlich einmal wieder mit dem noch verbliebenen Rudel die Abendrunde zusammen zu laufen und dann direkt 50 Meter vom Hof entfernt festzustellen, dass Aimee eigentlich absolut gar nicht mehr laufen kann. Hier Zuhause auf dem Hof konnte sie das sehr gut verstecken, aber unterwegs...  

Dieser Moment wo mir klar wurde, wo ich mit eigenen Augen gesehen und das erste mal voll realisiert habe, wie weit fortgeschritten ihr Verfall war und wie sehr ihre Kräfte sie schon verlasen hatten... Dieser Schmerz des Augenblicks wo man so völlig der Realität ins Auge sieht und es sich anfühlt als würde es einem das Innere nach außen kehren, der wird mich nie wieder loslassen. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Ich dachte, ich hätte noch etwas Zeit mit ihr, aber in dem Moment war mir klar, nein wir haben keine Zeit mehr.

Ich glaube sie war sehr froh, dass ich es endlich geschnallt hatte. Sie war so verletzlich wie nie, aber auch irgendwie innerlich sehr ruhig. Natürlich hat sie mit uns allen auch um ihre Freundin Tyla getrauert. Vermutlich war sie selber sehr klar mit sich und ihrer Situation. Ich dagegen habe mich gefühlt wie in einer Wattekugel. Die Tage sind an mir im Nebel vorbeigezogen und ich hatte nur Augen für meine Mimi und habe sie sehr genau beobachtet. Schon zwei Wochen später brauchte sie deutlich mehr Schmerzmittel um gut über die Nacht zu kommen, und am Abend des 18. Juli ging es ihr spontan sehr schlecht. Sie hat im Garten versucht alles zu fressen was ihr vor die Schnute gekommen ist. Ich habe ihr dann mehr Schmerzmedis gespritzt als sonst und habe natürlich gehofft, dass es vorübergehend ist. Tief in mir wusste ich aber, es wird unsere letzte gemeinsame Nacht werden und so war es dann auch, aber man muss sich natürlich ganz sicher sein, dass es wirklich nicht mehr geht. 

Am Morgen des 19. Juli habe ich dann unseren Doc angerufen. Nur 3 Wochen nach Tyla musste ich auch meine über alles geliebte Aimee auf die Sternchenwiese gehen lassen. Der Schmerz war und ist so unendlich groß, dass ich es auch 3 Jahre später kaum zulassen kann mich zu erinnern. 

Es ist mir unendlich schwer gefallen ihre Geschichte hier zuende zu schreiben, und es tut immer noch weh als wäre sie gestern von mir gegangen. 

Manches ist für unsere Seele einfach viel zu doll. 

Meine kleine Mimi, ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich dich vermisse.
Du warst das Süßeste was ich je in Händen gehalten habe. Soooo besonders und einzigartig, liebenswert und lustig, sanft und stark, sensibel und anhänglich, treu und mein Schatten und Seelenhund. Ich hoffe, es geht dir gut auf der Sternchenwiese, und ich wünsche mir von Herzen, dass du Kenya und Tyla gefunden hast, und dass wir uns irgendwann wiedersehen. Du bist für immer ganz tief in meinem Herzen!

Wenn ich jetzt nach rechts schaue, dann blicke ich auf die kleine Mila, die auf dem Sofa liegt wie du immer auf dem Sofa gelegen hast, die innerlich und äußerlich so unglaublich viel Ähnlichkeit mit dir hat, und wo man fast glauben könnte, dass du sie mir geschickt hast, damit ich doch noch irgendwann über deinen Verlust hinweg komme. Wie du siehst arbeite ich daran. Der erste Schritt ist gemacht, ich habe deine Geschichte zuende geschrieben. Ich wünsche mir sehr, dass ich irgendwann nur mit Freude im Herzen an dich denken kann und nicht von Trauer überflutet.

heartheartheart


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